Full text : Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

SE Der Freiheitskampf des chinesischen Volkes.
ist. Wir sehen in Großbritannien, wie sich diese Frage zu einer ganz definitiven
 und logischen Schlußfolgerung zuspitzt. Alles, was wir auf diesem
Kongreß über die entsetzlichen Bedingungen der Arbeiter in den unterdrückten
 Ländern hören werden, kann jetzt auch von der ungeheuren Mehrheit
der britischen Arbeiterklasse gesagt werden. Wir sehen das besonders in
bezug auf jene britischen Arbeiter, welche ehemals in den Hauptindustrien
ihres Landes beschäftigt waren, den Industrien, aus welchen sein Reichtum
und seine Prosperität entstand. Unser Land hat sich zu dieser Stellung nur
dadurch entwickelt, daß es seine Ware in überseeische Länder exportierte.
 Aber in dem Maße, in dem sich ein eigenes kapitalistisches System in
Indien, China und anderen Kolonialländern entwickelt, wird die wirtschaftliche
 Lage der Arbeiter im Heimatlande unterminiert. Es entwickelt sich
dadurch eine Konkurrenz, der wir nicht gewachsen sind. Heute sind die
Bergwerksdistrikte, die Metallindustrie und der Schiffsbau die Zentren des
Hungers, in denen die qualifiziertesten Arbeiter in unerhörter Armut leben
und unter Verhältnissen arbeiten, die vor 10 Jahren jeder Engländer, welche
Meinungsverschiedenheit ihn sonst immer von uns trennen möge, für undenkbar
 gehalten hätte. Immer klarer erkennen die englischen Arbeiter, daß
ein bloßer Regierungswechsel in unserm Lande nicht genügt. Sie erkennen,
daß die politische Macht in unserm Lande wie in allen andern Ländern in die
Hände der Arbeiter und Bauern übergehen muß.
Auf dieser Basis müssen wir eine Bewegung wie die unsere errichten.
Nur so wird es möglich sein, den richtigen Weg zum Ziel zu finden.
England, das ist wahr, ist nur ein kleines Land, das sich seiner Verfassung
 und seiner Demokratie rühmt. So klein es aber ist, unterjocht
es doch 330 Millionen Inder, 55 Millionen Menschen in den Kronkolonien
und 51/, Millionen farbiger Arbeiter in Südafrika. Der Imperialismus bedeutet
 für die betroffenen Nationen Okkupation ihres Gebietes, Zwangsarbeit,
 Verlust der politischen Rechte und in vielen Ländern die Verweigerung
 der elementarsten Rechte der Gewerkschaftsorganisationen. Der Imperialismus
 führte zwischen den imperialistischen Ländern selbst zu einem
stets wachsenden Kampf um den Besitz dieser Versorgungsgebiete, billiger
Arbeitskräfte und profitabler Ausbeutung. Diese Rivalität bildet die treibende
 Kraft zu der raschen Vermehrung der Rüstungen und zur Schaffung
all des Kriegsmaterials, das für einen neuen Weltkrieg, gegen den der von
1914 ganz unbedeutend sein wird, alle Garantien gibt — vorausgesetzt, daß
der Kapitalismus inzwischen nicht zerstört wird.‘ Wir müssen in unserm
Lande die Dinge also von dieser Warte aus beurteilen. Was sehen wir da?
Wir sehen die alten Tage verschwinden, wo eine Arbeiteraristokratie subventioniert
 wurde, weil man kolossale Profite aus Indien und China herausholte.
 Überall sehen wir ein beständiges Sinken des Lebensstandards der Arbeiterklasse,
 das von einem fortgesetzten Angriff auf die Rechte der Ge-47Q


            
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