Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

60 Der britische Imperialismus in Indien, Persien und Mesopotamien. 
Sie soll bedeuten vollkommene Freiheit für die Arbeiter und Bauern In- 
diens. Der 3. Punkt betont, daß Schritte unternommen werden sollen, um 
die Aussendung von Truppen nach Indien zu vermeiden, und daß Indien von 
der Besetzung durch fremde Truppen befreit wird. Es ist hier betont, daß 
nach englischem System die Briten sich auf die militärische Besetzung unseres 
Landes stützen. Diese Besetzung dauert schon sehr lange, und fortwährend 
werden neue Truppen dorthin gesandt oder gegen andere Truppen ausge- 
tauscht. Wir hören jetzt von Truppen, die nach Indien gehen sollen, und 
wir protestieren energisch dagegen, aber ich möchte Sie darauf aufmerksam 
machen, daß dies schon immer vor sich gegangen ist, solange Indien unter 
britischer Herrschaft steht. 
Es ist einfach lächerlich, von Freiheit, welcher Art auch, in Indien zu 
sprechen, solange eine fremde Besatzungsarmee dort bleibt, solange britische 
Truppen zur Besetzung nach Indien gebracht werden. Es ist also wesentlich — 
vielleicht die beste Probe für die Befreiung von fremder Herrschaft — daß 
gar keine fremden Truppen im Lande anwesend sein sollen. Wie Sie wissen, 
soll Ägypten unabhängig sein. Von welcher Art die Unabhängigkeit ist, 
geht daraus hervor, daß noch immer eine Besetzungsarmee in Ägypten vor- 
handen ist. Wir wünschen keine Unabhängigkeit für Indien, wie sie heute 
Ägypten hat. Wir verlangen etwas Besseres, als es dort gibt, und ein wesent- 
licher Schritt ist es nur, wenn alle fremden Soldaten aus unseren Ländern 
herausgebracht werden. 
Schließlich beruft sich dieser Kongreß auf die indische Nationalbewe- 
gung. Aber ich möchte daran erinnern, daß die indische Nationalbewegung 
aus aller Art Menschen zusammengesetzt ist, Arbeiter und Bauern, aber 
auch Kapitalisten, Grundbesitzer usw., weil nationale Freiheit das direkte 
Ziel ist, das aller Art Menschen zusammenbringt, deren Interessen aber in der 
Zukunft einander gegenüberstehen. Nichtsdestoweniger hofft der Kongreß, 
und seine Hoffnung hat Berechtigung, daß die indische Nationalbewegung: 
sich auf die volle Befreiung aller Arbeiter und Bauern Indiens stützen wird. 
Wenn wir uns Indien als ein Land vorstellen, das völlig befreit ist in dem 
Sinne, daß es nur von fremden Kapitalisten befreit ist, aber ohne Freiheit 
für die Arbeiter und Bauern, dann wäre das zweifelsohne noch keine Genug- 
tuung für diejenigen, die sich nicht nur für nationale Befreiung, sondern 
für die Befreiung der Arbeiter und Bauern der ganzen Welt einsetzen. 
Diese Resolution betont diese vier einfachen Punkte und ich nehme mit 
Vertrauen an, daß Sie Ihre Zustimmung dazu geben werden. 
Ferner, da eine Delegation aus Mesopotamien zum Kongreß nicht recht- 
zeitig eintreffen konnte, erlaube ich mir, namens der indischen Delegation 
folgende Resolution über die Verwendung indischer Truppen und indischer 
Zivilbeamten zur Unterdrückung jenes Landes zu unterbreiten: 
(Siehe Resolution II am Schlusse des Kapitels.)
	        
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