Manuel Gomez. 79
des Imperialismus aufgerollt. Über den ganzen Kontinent hin haben wir uns
bei verschiedenen Gelegenheiten aktiv betätigt und erfolgreiche Demonstra-
tionen gegen die Absichten des Zuckertrusts in Kuba, wie durch Verteilung
von Flugblättern unter den Soldaten, die die Stadt Panama besetzten, erzielt.
Trotzdem stehen wir erst am Anfang unserer Arbeit. Unser Zukunftspro-
gramm wird in der Resolution ausgedrückt, die die Vereinigten Staaten ge-
meinsam mit den Delegationen der verschiedenen latein-amerikanischen
Länder diesem Kongreß vorlegen. Es ist ein Programm nicht nur der Orga-
nisation, sogar nicht einmal der Organisation und Propaganda, sondern der
konkreten Aktionen gegen den Imperialismus. Die stärksten Kräfte, die der
Imperialismus bisher gegen sich selbst gezüchtet hat, sind die Nationen, die er
unterdrückt, denen er mit neuen Unterdrückungen droht. Die Zusammen-
arbeit mit diesen Bewegungen ist die erste Voraussetzung jeder anti-imperia-
listischen Bewegung in den Vereinigten Staaten. ;
Es tut mir leid, daß der Delegierte der Philippinen, der wie ich weiß,
auf dem Wege hierher ist, noch nicht angekommen ist. In den Philippinen,
wo wir eine mächtige, ja einstimmige Bewegung für die Unabhängigkeit von
den Vereinigten Staaten haben, zeigen die Führer eine Tendenz, ihre Politik
auf die Voraussetzung zu basieren, daß die Regierung der Vereinigten Staaten
ihnen ihre Unabhängigkeit freiwillig gewähren wird. Das ist ein eitler Wahn,
Das Dollarreich gibt im gegenwärtigen Zustand seiner Entwicklung nichts
freiwillig ab. Statt nach Washington für die Emanzipation der Philippinen
zu gehen, täte man gut, seine Augen dem revolutionären Kanton zuzuwenden,
das nur 620 Meilen von ihnen entfernt ist. In den Vereinigten Staaten kann
man wertvolle Verbündete nur finden, wenn man sich mit den dynamischen
Faktoren des amerikanischen Klassenkampfes verbindet. Es mag angenehmer
für die philippinischen Führer sein, sich mit „einflußreichen‘“ Politikern und
Universitätsprofessoren zu verbinden, — deren Einfluß, wenn er wirklich
vorhanden ist, sich gewöhnlich gegen die Sache der Philippinen richtet —,
als die Verbindung mit radikalen Gewerkschaftlern des linken Flügels und
den Kommunisten zu suchen. Sicherlich bleibt man dabei hochachtbar. Aber
die Respektabilität der Vertreter eines Koloniallandes bedeutet Unterwerfung
unter die Standardverhältnisverträge und Gesetze des Imperialismus. Man
kann sie.nur um den hohen Preis der Annahme des imperialistischen Zu-
standes erhalten. Wenn irgend eine der hier vertretenen nationalistischen
Bewegungen in dem Heimatlande ihres Imperialismus respektabel wird, dann
ıst sie tot.
Ich glaube im Geiste dieses Kongresses zu sprechen, wenn ich sage, daß
unsere Freunde nicht unter den Freunden des imperialistischen Kapitalismus
zu suchen sind. Die Grundlage unserer Strategie läßt sich mit den Worten
des augenblicklichen Punktes unserer Tagesordnung ausdrücken:
Zusammenarbeit zwischen den nationalen Befreiungsbewegungen in den