Resolutionen. 77
wirtschaftlichen Offensiven der Vereinigten Staaten, die im Interesse von Öl-,
Bergwerks- und Finanzmagnaten unternommen werden, um diese gegen das mexi-
kanische Volk zu unterstützen, das seinerseits die Quellen seines nationalen Reich-
tums von ausländischen Monopolbestrebungen schützen will,
b) die Anerkennung des Rechts für Mexiko in seinem Kampfe gegen den Yankee-
Imperialismus, die Unterstützung anderer latein-amerikanischer Staaten zu ver-
langen, bzw. ihnen Mexikos Unterstützung zuzusagen.
Wir fordern die amerikanischen Arbeiterorganisationen auf, besonders jene, die mit
der Arbeiterbewegung Nicaraguas und Mexikos verbunden sind, eine Bewegung zu einer Er-
zielung einer Streikaktion in den Vereinigten Staaten einzuleiten, wenn die Militärkräfte
aus Nicaragua nicht zurückgezogen werden sollten.
IL.
Erklärung
zur Lage und über die gegen den amerikanischen Imperialismus
notwendigen Kampfmaßnanmen,
In Amerika zeigt sich das steigende nationalrevolutionäre Bewußtsein in einem sich
verschärfenden Kampf gegen den Imperialismus. Alle fortschrittlichen Kräfte vereinigen
sich gegen den Yankee-Imperialismus, der durch wirtschaftliche und politische Durch-
dringung die Lebensverhältnisse in den südamerikanischen Ländern verschlechtert und die
Unabhängigkeit der latein-amerikanischen Nationen auf das schwerste bedroht.
Seit dem Krieg 1914 haben die Vereinigten Staaten — gestärkt durch die ausdrück-
liche Anerkennung der Monroe Doctrine im Völkerbundsvertrag — die politische Vurch-
dringung der latein-amerikanischen Länder dadurch intensiver gestaltet, daß sie sich aller
‚wichtigen. Rohstoffguellen in Süd- und Zentralamerika bemächtigten und dadurch die meisten
Länder des amerikanischen Kontinents in ihrer Entwicklung hemmten. Der Yankee-Imperi-
alismus verdreifachte das in der Vorkriegszeit in Latein-Amerika angelegte Kapital. Seine
gegenwärtige Kapitalsanlagen machen 40%/g des im Weltmalsstab angelegten Gesamtkapitals
aus. Der englische Imperialismus zieht sich indessen nach und nach vor dem Yankee-Imperia-
lismus zurück.
Der in;perialistische Druck lastet am schwersten auf Mexiko, Nicaragua, Panama und
Haiti. In Mexiko befolgt der Yankee-Imperialismus die Taktik der ständigen Drohung mit
‚einer militärischen Intervention und will dadurch das mexikanische Volk in der Erreichung
revolutionärer Ziele verhindern. Die Bundesgenossen des amerikanischen Imperialismus sind
gewisse kirchliche und Großgrundbesitzer-Gruppen, die sich durch die Verfassung von 1917
in ihren Interessen bedroht fühlen und der nationalen Befreiungsbewegung eine ständige
‚Opposition entgegensetzen.
In Nicaragua unterhalten die Vereinigten Staaten, gegen die Grundsätze des Washing-
toner Vertrages, eine verfassungswidrige Regierung trotz des Widerstandes der Bevölkerung.
Sie blockieren die Küsten von Nicaragua und senden Truppen dorthin, um den Sieg der
Revolution zu verhindern. Um diese Okkupation zu begründen, gibt man vor, dalß das
Leben und Rechte der amerikanischen Staatsbürger geschützt werden müssen. In Wirk-
lichkeit aber unterwirft man hier ein freies Volk, um die amerikanische Oberhoheit für
die Zone eines neuen zwei Ozeane verbindenden Kanals zu sichern.
Das von Kolumbien abgetrennte Panama unterliegt heute einem aufgezwungenen Ver-
trag, der ihm die letzten Reste der nationalen Souveränität nimmt.
Das Volk von Haiti bleibt im Joch eines amerikanischen „„Protektorats‘, nachdem man
während einer militärischen Besetzung Tausende von Bürgern hingemordet hat.
Latein-Amerika kann in Bezug auf amerikanischen Imperialismus in. vier große Re-
gionen eingeteilt werden:
ı. Die karibische Region, die Mexiko, Zentralamerika, Panama und die Antillen umfaßt,
ist nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch und strategisch — vom Standpunkt
neuer Kanalbauten und Flottenstützpunkte — dem amerikanischen Imperialismus wichtig.
In dieser Region hat sich der Imperialismus von der Taktik der Verträge und diplo-
matischen Aktionen fortentwickelt und betreibt offene, militärische Aktionen.