34 I Das Deutsche Reich u. die Social-Drmokraiie.
genügt ihm, um gegenüber den Mittheilungen des Preuß.
Kriegsministers allgemein zu behaupten, die Deutschen haben
von den Franzosen „eine äußerst humane, ja häufig geradezu
„herzliche und liebenswürdige Behandlung" erfahren, während
die Deutschen sich durch Mißhandlung der französischen Ge
fangenen ausgezeichnet haben. (1872: 4,5,9.) Erschreckt
selbst vor den gröbsten Insulten des deutschen Heeres nicht
zurück, und behandelt mit Vorliebe das Kapitel der Plünde
rungen, deren die deutschen Soldaten von den Franzosen
öfters angeklagt werden. (1871: 60, 91; 1872: 19, 97.)
Bei Gelegenheit der Bestrafung zweier bayerischer Offiziere
wegen Aneignung eines Hundes bei Sedan, macht sich der
„Volksstaat" (1873, 35) folgender öffentlichen Beschimpfung
des ganzen deutschen Heeres, das in Frankreich sür's Vater
land gekämpft hat, schuldig. Er schreibt:
„Wenn alle militärischen Plünderer und Demolirer so
„zur Berantwortung gezogen würden, dann würde sich auch
„bald herausstellen, wie es kam, daß während des Kriegs
„so wenig Eigknthumsverbrechen in Deutschland verübt
„worden sind. Die Thäter waren dermalen in Frank-
„reich und haben dort ihr Operationsfeld gefunden. Alle
„Gefängnisse Deutschlands zusammen würden nicht ausreichen,
„wenn nur der zehnte Theil der von deutschen Militärs in
„Frankreich verübten Eigenthumsverbrechen gerichtlich verfolgt
„und geahndet werden sollte. Es brauchten blos einmal
„ein paar hundert so bestimnit lautende Strafanträge,
„wie der Sedaner war — eingereicht zu werden, und dem
„furor teutonicus wäre ein Exempel statuirt, an das ganze
„Generationen zu denken haben würden."
Eine solche gemeine Beschimpfung der deutschen Soldaten
— die der „Volksstaat" anderwärts (1873, 71) „zwei
beinige Thiere" nennt, „welche Uniform tragen, (denn