a 1. Buch. Einleitende Lehren.
diesem Gebiete betätigt, dann Zorli, Mazzola. Der enge Zusammenhang
der Nationalökonomie mit der Finanzwissenschaft
kommt namentlich in den Untersuchungen dieser Schule zur Klarheit,
sofern sie auch die Staatstätigkeit unter den Begriff der Wertproduktion
subsumiert.
Zu den hervorragenden Leistungen der Finanzwissenschaft muß
auch das Werk des Franzosen Leroy-Beaulieu gerechnet
werden. Seinem Umfang nach reiht sich das Werk den großen
Arbeiten von Stein, Wagner, Schäffle an. Es hat neben
Glanzseiten auch Schattenseiten. Vorzüge sind der klare, elegante
Stil, die eingehenden Details, Nachteile der einseitige, veraltete
theoretische Standpunkt und die fast konsequente Vermeidung jeder
theoretischen Untersuchung, was sich charakteristisch in der Bemerkung
einer neuen, nach acht Jahren erschienenen Ausgabe ausspricht:
„Was die Theorie betrifft, so hat dieselbe gar keine Veränderung
erlitten.“ Während doch in jenen acht Jahren auf dem
Gebiete der Theorie bedeutende geistige Bewegungen sich kundgaben.
Im allgemeinen ist die vergleichende Gesetzgebung und
die vergleichende Statistik gegenüber der theoretischen Finanzwissenschaft
überwiegend.
Ohne besonders zu übertreiben, könnten wir sagen, daß die
großen Vertreter der klassischen Nationalökonomie in England von
der eigentlichen Finanzwissenschaft eine unklare Vorstellung hatten
oder dieselbe bewußt ignorierten. Uber den Staatshaushalt, über
die finanzielle Natur der Staatseinnahmen, über die wichtigsten
Einnahmequellen und die finanzielle Einrichtung finden wir kaum
Andeutungen. Fast immer wird nur die Frage erörtert, aus welchen
Einkommen gewisse Steuern gezahlt werden, ob aus dem Einkommen
oder aus dem Kapital, und wenn aus dem Einkommen, ob aus dem
Einkommen des Grundbesitzers, des Kapitalisten oder des Arbeiters,
ob aus der Rente, dem Kapitalzins oder dem Arbeitslohn? Welchen
Einfluß die Steuer auf den Preis der Güter ausübt und wenn der
Preis nicht um den ganzen Betrag der Steuer erhöht werden kann,
welche Folgen dies nach sich zieht? Aber auch in dieser Beziehung
werden in der Regel nur die englischen Verhältnisse vor Augen
gehalten, die, wie wir wissen, ganz eigentümlicher Natur sind.
Höchstens werden noch dem Staatskredit einige Betrachtungen gewidmet.
So namentlich Ricardo.
Die letzten Jahrzehnte haben einen bedeutenden Aufschwung
der finanzwissenschaftlichen Literatur gebracht. Theoretische und
praktische Finanzwissenschaft hat aus den neueren Forschungen
großen Vorteil gezogen. Die groß angelegten Arbeiten von Schanz,
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