Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

Vorwort. 
jls ich vor anderthalb Jahren diese Arbeit begann, da dachte 
wohl niemand an die Möglichkeit, daß trotz all unserer be 
wunderungswürdigen Erfolge in diesem Kriege noch jahre 
lang der Lärm der Waffen die Welt erfüllen und das laut 
und froh geplante Fest der hundertsten Wiederkehr des Gründungstages 
der Firma J. P. Bachem zu einem stillen Gedenktage machen werde. So 
bleibt auch ferner der heiße sehnlichste Wunsch bestehen, daß ein ehren 
voller Friede in nicht ferner Zukunft unserm Volke die Wiederaufnahme 
seiner so jäh unterbrochenen Kulturarbeit ermöglichen werde. Bei dieser 
Aufgabe der Wiederaufrichtung der Kultur wird nicht zuletzt auch der 
deutsche Verlagsbuchhandel mitzuwirken berufen sein; heißt doch die Ge 
schichte des Buchhandels schreiben eine Darstellung der Volkskultur 
selbst geben. 
Leider haben die ungünstigen Zeitumstände es nicht ermöglicht, auch 
in dem engen Rahmen eines einzelnen Verlags diese Forderung zu erfüllen 
und die Verlagsgeschichte in die Kulturgeschichte der Zeit zu betten, 
d. h. überall die Fäden bloßzulegen, die sie mit dieser Kultur verknüpfen. 
Dafür konnte der Raum nicht zur Verfügung gestellt werden. Aus den 
selben Gründen erklärt es sich, daß die Schrift nur in bescheidenem Ge 
wände auftritt, während sie unter glücklicheren Umständen ein der Be 
deutung des Tages und der Firma würdigeres Kleid getragen haben würde. 
Gleichwohl habe ich versucht, besonders für die erste Hälfte des vorigen 
Jahrhunderts die Verlagswerke als Zeitdokumente zu kennzeichnen und 
bin deshalb auf ihren Inhalt einigermaßen eingegangen. 
Die Hauptquellen für meine Arbeit sind naturgemäß die Bestände des 
Verlags- und des Bachemschen Familien-Archivs gewesen. Leider ist eine 
große Anzahl wertvoller Aktenstücke einem Brande zum Opfer gefallen, 
der in der Nacht zum 9. März 1892 im alten Hause von der Buchbinderei 
seinen Ausgang genommen hatte.
	        
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