fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Strikes Teilnehmer Wochen Kosten Mk. Erfolg Ku Kein 
rfolg Erfolg 
1892 65 2700 500 84 000 24 15 24 
1895 204 14000 1000 424 000 87 30 75 
1897 578 63 000 1900 1 250 000 272 146 154 
Für die letzten Jahre ist eine offizielle Statistik in den Viertel- 
jahrsheften für die Statistik des Deutschen Reichs gegeben, welchen 
folgende Zahlen entnommen sind: 
1899 1288 Str. 7111 Betriebe mit 154017 Arbeiter, davon 99338 strik. Personen 
331 Str. mit Erfolg, 429 teilw., 528 keinem Erfolg 
1900 1433 Str. 7740 Betriebe mit 298 815 Arbeiter, davon 122 893 strik. Personen 
275 Str. mit Erfolg, 505 teilw., 653 keinem Erfolg. 
In Oesterreich zählte man in den drei Jahren von 1894—96 
294 Arbeitseinstellungen, an denen 1403 Unternehmungen mit 60 700, 
46000 und 57000 beschäftigten Arbeitern und 44000, 28000 und 
36000 strikenden Arbeitern beteiligt waren. 1899 kamen 311 Aus- 
stände mit 59146 strikenden Arbeitern vor. In Frankreich kamen 
1897 356 Ausstände vor, an denen 2568 Betriebe und 68 000 Strikende 
beteiligt waren. 
Die Schädigung des Nationalvermögens durch die Strikes ist nach 
allem schon durch unmittelbaren Geldverlust eine sehr erhebliche. Ebenso 
erheblich können die Nachteile sein, welche dem ganzen Gewerbe da- 
durch zugefügt werden, indem sein Kredit geschädigt wird, Bestellungen 
infolge der Unzuverlässigkeit der Lieferungen ausbleiben, oder der 
Rückgang des Gewerbes wird unvermeidlich, weil die durchgesetzten 
Löhne die Produktionskosten so gesteigert haben, dass die Konkurrenz 
mit dem Auslande nicht mehr durchgeführt werden kann. Neben der 
materiellen Schädigung steht eine sehr bedeutende ideelle. Durch jeden 
solchen Kampf pflegt der Klassengegensatz verschärft zu werden. 
Unterliegen die Arbeiter, so steigt ihre Erbitterung, und umso mehr, 
je grösser das Elend ist, in das sie gebracht sind. Siegen die Arbeiter, 
so liegt die Gefahr vor, dass ihr Uebermut gesteigert wird und sie 
bei nächster Gelegenheit Forderungen stellen, welche die angemessene 
Grenze erheblich übersteigen, zumal Fälle genügend vorliegen, wo die 
Macht der Arbeiter grösser ist, als die der bedrängten Unternehmer, 
and den Forderungen der Ersteren damit nicht die richtigen Grenzen 
gezogen werden können. 
Es ergiebt sich hiernach, dass die Strikes als ein grosses volks- 
wirtschaftliches Uebel anzusehen sind, aber man wird auf der anderen 
Seite anerkennen müssen, dass sie noch ein notwendiges Uebel sind. 
Die Aufgabe von Staat und Gesellschaft geht aber unzweifelhaft dahin, 
dieselben möglichst zu beschränken. Die Frage liegt nun nahe, ob der 
Nutzen der Strikes für die Arbeiterklasse im Verhältnis zu dem grossen 
Schaden steht, den sie der Volkswirtschaft zufügen. Die Statistik er- 
giebt, dass im grossen Durchschnitte noch nicht ein Drittel der Strikes 
günstig für die Arbeiter ausfällt, ein weiteres Drittel unbedingt für 
sie ungünstig ist, und das letzte Drittel ihnen wohl gewisse Vor- 
teile verschafft, wenn auch nicht die gewünschten. Selbstver- 
ständlich gestaltet sich dieses Verhältnis in den verschiedenen 
Jahren ausserordentlich ungleich. Die Zeit des allgemeinen wirt- 
schaftlichen Aufschwunges ist für die Arbeiter am günstigsten, um 
Forderungen durchzusetzen. Bestellungen liegen vor, die ausgeführt 
deelle Nach- 
teile. 
Notwendiges 
Uebel.
	        
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