Object: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Die Antwort des Zechenverbandes ging erst am 25. Sep 
tember ein. Diese lange Verzögerung fällt aber nur teilweise 
dem Zcchenverband zur Last Wie ans dem folgenden Abdruck 
ersichtlich, ist die Antwort vom 12. September datiert, also vier 
Wochen nach dem Datum unserer Eingabe (11. August). Die 
Antwort ging per eingeschriebenen Brief an die persönliche 
Adresse des ersten Vorsitzenden des christlichen Gewerkvereins der 
Bergarbeiter, H. Vogelfang, ab. Dieser hatte damals geschäftlich 
in Berlin zu tun und die Post ließ den eingeschriebenen Brief 
bis zum 25. September liegen, bestellte ihn also nicht früher. 
Dagegen ist Beschwerde geführt worden. Die Antwort lautet: 
„Zechen-Verband. Esse» (Ruhr), 12. Sept. 1916. 
An den Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, 
z. H. des Herrn Vogelfang, Essen. 
Auf die zefl. Zuschrift vom 11. August d. I. 
Wir haben bereits in unserem Schreiben vom 2. Dezember v. I. 
darauf aufmerksam gemacht, daß bei Prüfung der amtlich ermittelten 
Durschnittslöhne die durch den Krieg hervorgerufene Verschiebung 
in der Zusammensetzung der Belegschaft nicht unberücksichtigt bleiben 
darf. Seit Beginn des Krieges sind durch die Einberufungen kriegs- 
verwendungssähiger Mannschaften dauernd die kräftigsten und die 
leistungsfähigsten Arbeiter aus den Belegschaften herausgezogen wor 
den, an deren Stelle, von den Knappschaftsinvaliden, die ihre Arbeit 
wieder ausgenommen haben, abgesehen, bergfremde Leute mit ge 
ringerer Leistungsfähigkeit getreten sind. Dieser Austausch zwischen 
geschulten und ungeschulten, zum Teil noch recht jugendlichen Arbeits 
kräften, der bis zur jüngsten Zeit angehalten hat, muß natürlich, da 
für die Entlohnung nur die Arbeitsleistung den Maßstab bildet, hem 
mend auf die Aufwärtsentwicklung der rein rechnerisch ermittelten 
Lohnkurve einwirken. 
In der Eingabe wird auf den Lohn der eigentlichen Bergarbeiter 
(der Hauer nebst den mit ihnen im Gedinge arbeitenden oder ihnen 
sonst zugewiesenen Schleppern) hingewiesen, den die letzte amtliche 
Statistik im Durchschnitt mit 7,62 Mark angibt. Das ist der Lohn 
stand, wie er etwa im Februar d. I. erreicht war. 
Eine bei unseren Berbandsmitgliedern veranstaltete, vor wenigen 
Tagen abgeschlossene Rundfrage hat ergeben, daß im Monat Jüli d. I. 
von den insgesamt beschäftigten Kohlenhauern und Lehrhauern 3,8 
Prozent einen durchschnittlichen Schichtverdienst von unter sieben Mark 
gehabt haben. Dies ist, wie auch bei den folgenden Zahlen, der reine 
Verdienst für die normale (achtstündige) Schicht, von dem die Arbeits 
kosten (Sprengstoffe usw.) und die Beiträge zur sozialen Versicherung 
abgezogen sind, also nicht der Tagesverdienst, der sich durch Verfahren 
von Ueber- und Nebenschichten wesentlich höher stellt. Auf die Zahl
	        
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