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voraus, worin noch kein Denken, kein Geist besteht, letzterer
seht das Dasein des Geistes voraus. Man bemerkt den
großen Unterschied.
Wer die Lehre des Kommunismus untersuchen und
kennen lernen will, muß damit anfangen, daß er diesen
Unterschied gut beachtet. Denn die Gegner und vor allem
die Glaͤubigen gehen darauf aus, diese beiden zusammen—
zuwerfen und durch den Abscheu vor dem ersten bei den
gläubigen Arbeitern auch den zweiten in die Acht zu er—
klaären Die Seelenhirten der Gläubiger sagen: Der Ma—
terialismus verkündet, daß die ganze Welt nichts als me—
chanisch bewegter Stoff sei, daß Stoff und Kraft das einzig,
ewig und absolut Bestehende seten, daß das Denken bloß
eine Ausscheidung des Gehirns sei, wie die Galle der
Leber; sie sagen die Materialisten seien Stoffanbeter und
der histoxische Materialismus sei das nämliche wie der
phllosophische Materialismus. Viele Arbeiter, namentlich
katholischen Gegenden, denen noch die stlavische Au—
betung des Geistes anhaftet und von denen nur sehr wenige
die wirklichen Ansichten des Kommunismus über das
Wesen des Geistes kennen, so wie sie von Joseph Dietzgen
dargestellt wurden, glauben dieses Gerede und sie scheuen
sich, die kommunistischen Redner zu hören, die sie zur
Sloffanbetung und so zur ewigen Verdammnis führen
wollen.
Diese Behauptungen sind falsch Wir werden durch
eine Reihe von Beispielen beweisen, daß der historische
Materialismus nicht über das allgemeine Verhältnis von
Geist und Stoff, Seele und Materie, Gott und Welt,
Denken und Sein handelt, sondern daß er nur die durch die
gesellschaftlichen Aenderungen hervorgebrachten Aende—
rungen im Denken dartut.
Wir werden damit den christlichen Demagogen eine
mächtige Waffe aus den Händen schlagen.
Wenn wir jedoch dartun, daß der historische Mate—
rialismus nicht dasselbe ist wie der philosophische Mate—
rialismus, so wollen wir damit nicht sagen, daß der histo—
rische Materialismus nicht zu einer allgemeinen Weltan—
schauung führen könne Im Gegenteil, der historische
Malerialismus ist wie jede Erfchrungswissenschaft ein
Mittel, zu einer allgemeinen philosophischen Welt—
anschauung zu gelangen. Das ist eben auch ein wichtiger
Teil seiner Bedeutung für das Proletariat. Er führt uns
einer allgemeinen Vorstellung von der Welt näher. Diese
Vorstellung ist jedoch nicht die stofflich-⸗mechanische, gerade