6 5. Buch. Der Staatskredit.
bis 1892 auf 585 Millionen. Washington und seinen Genossen war
es zu danken, daß auf dem Gebiete des Schuldenwesens so ver-
nünftige Anschauungen zur Geltung kamen. Die aus dem Unab-
hängigkeitskrieg verbliebenen Schulden im Betrag von 75 Millionen
sanken, trotz der geringen Bevölkerung und den geringen Staats-
einnahmen, bis 1812 auf 49 Millionen. Der folgende Krieg mit
England hat abermals zur Aufnahme von Anlehen gezwungen, aber
mit Eintritt des Friedens wurde so energisch getilgt, daß im
Jahre 1835 die Schuld fast vollständig verschwand. Krisen, dann
der Krieg mit Mexiko, ‚haben dann wieder die Schuld angestaut;
von 68 Millionen Dollar wurden aber bald wieder 50 Millionen
getilgt und als im Jahre 1860 der Bürgerkrieg ausbrach, betrug
die Staatsschuld nur 64 Millionen Dollar. Infolge des Bürger-
krieges erhöht sich die Staatsschuld — mit Hinzurechnung des
Papiergeldes — auf 2886 Millionen Dollar. Nach Beendigung des
Krieges wird die Schuldentilgung in Angriff genommen, die
schwebende Schuld wird konsolidiert, das Papiergeld wird eingelöst
und im Jahre 1879 wird die Barzahlung aufgenommen. In den
neunziger Jahren treten ungünstigere Verhältnisse ein, die Staats-
einnahmen nehmen ab und der Goldankauf macht große Ansprüche,
das mangelhafte Geldsystem wirkt nachteilig auf die Staatsschuld
zurück. Außer den Bundesschulden haben auch die einzelnen
Staaten ihre Staatsschuld.
Die historische Entwicklung der Staatsschuld (bis zum Welt-
kriege) in den größeren Staaten spiegelt sich in folgenden Daten:
1. Großbritannien.
1689: 0,66 _Millionen Pfund Sterling
1784: 249,9 ” ” ”
1817 - 898,9 ” ” ”
1850 . 789,0 ” ” ”
1860: 8022 7 N
1889: 699,3 9 X 5
1911: 733,0 % m ”
2. Frankreich.
1830: 244,3 _Millionen Frank jährliche Rente
1871: 386,8 ” ” ” ”
1880: 745,9 ” ” ” ”
1890: 739,1 „ ; » ” ”
1911 1278 © S f
3. Deutsches Reich.
1871: 769,3 Millionen Mark
1889: "10108 »
1910: 5262,6 % ”
4, Rußland.
1913: 8824 Millionen Rubel
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