thumbs: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Fehntes Buch. Zweites Kapitel. 
stand voll langen Rohres. Doch über dies karge Gebiet wiesen 
Jahrhunderte alte Ansprüche unbegrenzt in den Norden und 
Osten, in alle abodritischen und ljutizischen Länder. 
Albrecht folgte ihnen alsbald, indem er sich die Einver 
leibung der slawischen Herrschaften von Havelberg und Branden 
burg zum Ziel setzte. In Havelberg unterdrückte er das Erb 
recht der Söhne des verstorbenen Slawenfürsten Wittekind und 
unterwarf die nördlich an Wittekinds Gebiet stoßende Priegnitz. 
Und sofort traf er alle Anstalten, die zum dauernden Besitze 
des Landes führen mußten. Eine Anzahl sächsischer Geschlechter 
wurde zur Unterherrschaft in die neuen Marken gezogen; in 
Havelberg ward das alte Bistum wiederum errichtet; im Jahre 1144 
kehrte Anselm, der rührige Staatsmann König Konrads III., 
auf seinen Bischofssitz zurück. In Brandenburg wußte Albrecht 
schon in den ersten Jahren seines Markgrafentums sich dem 
slawischen Fürsten Pribislaw-Heinrich unentbehrlich zu machen; 
er veranlaßte ihn zur Unterdrückung der heidnischen Verehrung 
des Triglav auf dem benachbarten Harlunger Berge und ging 
mit ihm einen Vertrag ein, wonach die Askanier zu Oberherren 
und Erben des brandenburger Fürstentums nach dem Tode des 
Fürsten erklärt wurden. 
So brachten schon die ersten Jahre des neuen Herrn die 
Anfänge weitschauender Politik. Doch war es Albrecht nicht 
vergönnt, rasch zu ernten. Zunächst ward er während der 
Regierungszeit König Konrads III. in die Kämpfe der Welfen 
und Staufer verwickelt und seine Königstreue trug ihm da 
zwar die Belehnung mit der sächsischen Herzogswürde und zeit⸗ 
weise auch den Besitz des Herzogtums ein, doch mußte er im 
Frieden zu Frankfurt (1142) schließlich auf Sachsen verzichten, 
blieb in seiner alten Stellung und hatte nur kostbare Jahre 
besserer Thätigkeit auf slawischem Boden verloren. 
Den Jahren der Verhinderung durch die Angelegenheiten 
des Reiches folgte die Zeit des thörichten Wendenkreuzzuges 
vom Jahre 1147. Während Bernard von Clairvaux in Süd— 
deutschland mit Feuereifer zur heiligen Fahrt nach Palästino
	        
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