Beginnender Realismus.
X
ragende Meister in ihm schufen: so Lessing (1908 -1880) mit
seinen Eifellandschaften, die den Vorteil hatten, in ihren geo—
logischen Formen selbst etwas Heroisches aufzuweisen, so
Schirmer (1807 -1863), der in ähnlichem Sinne arbeitete, ehe
ihn eine Reise nach Italien der rein idealischen Landschaft
gewann, die er dann lyrisch-romantisch durchbildete, so die
beiden Achenbachs, Andreas (* 1815) und Oswald (1827 bis
1905), von denen der eine mit schon innerlicheren Mitteln den
Stimmungsgehalt der norddeutschen waldigen und wasser—
reichen Landschaft und vor allem, ein erster binnendeutscher
Seemaler, die Stimmungen der niederländischen Küste und
ihres Meeres zum Ausdruck brachte, während der andere zumal
die freudigen Töne der italienischen Landschaft malerisch aus—
zulösen und zu bewältigen suchte.
Den höchsten Flug aber nahm die ganze, an die Führung
Düsseldorfs geknüpfte Bewegung doch auf dem Gebiete des
Geschichtsbildes. Es war, nachdem die Landschaftsmalerei im
Grunde versagt hatte, noch die glücklichste und auch in einem
anderen Sinne zugleich zeitgemäßeste Lösung.
Der idealistische Klassizismus wie die Romantik hatten in
der Kunst auch deshalb etwas minder Volkstümliches, Aus—
schließliches and Aristokratisches behalten, weil sie an den
Forderungen einer Asthetik festgehalten hatten, die schließlich
ihre Grundlage nicht so sehr in Ahnungen des nötigen künst—
lerischen Fortschrittes wie in den Prinzipien der allgemeinen
Asthetik der Klassiker und der romantischen Identitätsphilosophie
fand. Jetzt nun, seit den dreißiger Jahren, begann, wenn
auch noch langsam, der Nimbus dieser Ästhetik zu schwinden.
Und an ihre Stelle trat als wissenschaftliche Führerin zunächst
der Malerei, dann aber der Kunst überhaupt eine weit realisti—
schere Macht, die Kunstgeschichte. Kuglers Handbuch der Ge—
schichte der Malerei erschien 1837, seine Kunstgeschichte 1841;
Schnaases Kunstgeschichte wurde von 1843 ab ausgegeben; und
diesen Werken, die zunächst nur der reinen Wissenschaft dienten,
weun sie auch schon Ergebnisse früherer Forschungen zusammen—
faßten, folgten dann später, 1855, Burckhardts Cicerone und