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wohl hinreichend sein, die doctrinaren Anfeindungen seiner
Maximen aufzuwiegen. Er, der es verstanden hatte, in der
kürzesten Frist eine Flotte zu schaffen und die verwirrten
Finanzen in Ordnung zu bringen, sollte auch in Rücksicht auf
seine eigentliche Wirthschaftspolitik nicht so angesehen wer
den, als w enn nur etwas schulknabenmässigo Oekonomie dazu
gehörte, um ihn angemessen zu beurtheilen. Zwar würde er aus
dem Gesichtspunkt seiner Behandlung der Staatsfinanzen, die
den Mittelpunkt seiner Thätigkeit bildete, auch dann eine
bedeutende Persönlichkeit bleiben, wenn sein sonstiges wirth-
schaftliohes System ganz ausser Betracht gelassen werden sollte ;
indessen ist die Trennung in dieser Art kaum ausführbar; denn
man kann wohl die volkswirthschaftliche Praxis ohne die
Staatsfinanzen, die letzteren aber nicht ohne die erstere gehand-
habt denken.
Die schliessliche Entscheidung über die Verdienste und den
rationellen Sinn des Colbertschen Systems, insofern es mehr
als blos finanziell war und sich unmittelbarer auf die Entwicklung
und Vertheidig'ung der Industrie des Landes richtete, wird
offenbar nicht von denjenigen Doctrinen ausgehen können,
welche die erste Stufe der wissenschaftlichen Oekonomie und
die mit dieser Stufe verbundene Einseitigkeit und Ideologie
vertreten. Erst indem die Wissenschaft immer mehr dazu ge-
langt, die Kluft, welche zwischen ihr und der Praxis zunächst
in der grössten Ausdehnung entstanden ist, durch höhere Ent
wicklung wieder auszugleichen, wird sie auch dem Oolbertismus
gerecht zu worden vermögen. Sie wird alsdann einsehen und
im Einzelnen nachweisen, dass die Instincte der nationalen
Selbsterhaltung inmitten eines vorherrschend feindlichen Völkei-
vorkchrs die wesentlichen Züge jenes Systems mit sich brach
ten, und dass die Gegenseitigkeiten und die Rechtsgemein
schaften im internationalen Handel von einer auch in allen
andern Beziehungen vorhandenen Möglichkeit des friedlichen
Verhaltens abhängig sind. Die Völkerverhältnisse wollen zu
einem wirtlischaft 1 ichen Recht im Laufe der Zeit erst ent
wickelt sein und bieten von vornherein und als natürlichen
Ausgangspunkt nur das Bild eines Zustandes der Abschliessuug
sowie der gegenseitigen Eifersucht dar. Wenn nun ein prak
tisches System der Wirthschaftspolitik alle ausserwirthschaft-
lichen Relationen der Völker ganz übersehen und sich nicht