Full text: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

IV. DIE. WÄHRUNGEN UND DEVISENNOTIERUNGEN 149 
Deckung dieser Noten bestehen keinerlei gesetzliche Vorschriften16). 
Shanghai notiert für einen Tal London'in s/d; Paris, Deutschland, 
New York in der ausländischen Währung on demand und 4 Monate 
nach Sicht, London überdies noch C. T., ferner direkt in Taödls: 
Hongkong für 100 britische $ und Japan für 100 Yen, 3 Tage nach 
Sicht. Das Devisen: und Valutengeschäft wird in Shanghai durch 
Kursmakler besorgt und ist ungemein vielseitig, weil nicht nur aus- 
ländische Sorten und Wechsel umgesetzt werden, sondern auch zahl- 
reiche Arbitragegeschäfte in den verschiedenen inländischen Zah- 
lungsmitteln (verschiedene Taels und Dollars), in Goldbarren, Gold- 
blatt und Barrensilber gemacht werden, 
Die Hongkong and Shanghai Banking Corporation veröffentlichte am 
14. Mai 1927 folgende ostasiatische Kurse für Transfers auf London: 
Hongkong I.» DE 2/—1; Manila 2. 7 ae ee 2 — 1 
Shanghal 0 0, 7 Kobe U EAU 
Singapore 2/3? a Bombay ee hs 010 
C. Die Pfund-Sterling-Länder. 
Das englische Geld ist in Australien und in einem großen Teile 
Afrikas gesetzliches Zahlungsmittel. 
In Australien (Commonwealth of Australia) zirkulieren außer 
dem Metällgelde Noten der Bank of Commonwealth, die am 10. Ok- 
tober 1924 an die Stelle von mehreren Privatbanken getreten ist. 
Deckung 1/, in Gold, der Rest in Depots bei anderen Banken, in 
englischen Staatswerten und in Wechseln mit höchstens 120 Tagen 
Laufzeit. Die australischen Plätze notieren in erster Linie London 
für 100 £ in Prozenten Prämie oder Diskont 3 Tage, 30, 60 und 
90 Tage nach Sicht, das heißt. 100 £ auf London werden je nach 
Angebot und Nachfrage, z. B. mit 101 oder 99 australischen. £ be- 
zahlt. 
Der Südafrikanische Bund (Union of South Africa) hat 
gleichfalls englische Währung. Eine Reihe von Banken besaß das 
Recht der Notenausgabe, doch wurde durch die Currency Banking Bill 
vom Jahre 1920 eine Zentral-Reservebank geschaffen, die nun das 
alleinige Recht der Notenausgabe besitzt. Diese Noten sind gedeckt mit 
40% in Gold, der Rest bankmäßig. Hiefür können, da ausreichendes 
Wechselmaterial fehlt, bis Juni 1928 auch Schatzscheine der Regie- 
rung verwendet werden. Bei sinkender Golddeckung ist der Zinsfuß 
progressiv zu erhöhen. Außerdem ist für die Sichtfälligkeiten eine 
16) Es ist daher wiederholt vorgekommen, daß selbst „amtliche Banken‘ 
(an denen die Regierung oder höhere Beamte beteiligt sind), wie die Bank 
von China und die Verkehrsbank von China, ihre Noten eine Zeitlang gar 
nicht und dann nur teilweise einlösen konnten.
	        
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