176 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
mögens- und Kreditverhältnisse. Die Aufträge, die dem Agenten von diesen
Firmen zugehen oder die er bei seinen regelmäßigen Besuchen erhält,
übermittelt er entweder an sein Haus oder er schließt gleich fest ab und
gibt diese festen Ordern an seinen Kommittenten weiter. Dieser richtet die
Faktura und das etwaige Begleitschreiben wohl an den Kunden, sendet aber
beide an den Agenten, der sie — sehr oft persönlich — dem Käufer zustellt.
Der Begleich der Fakturen erfolgt entweder direkt an den Kommittenten
oder geht ebenfalls durch die Hand des Agenten. Monatlich oder halb-
jährlich erteilt der Agent seinem Hause die Provisionsnota, in die er in der
Regel nur die bereits beglichenen Posten aufnimmt.
Der Provisionsreisende ist ein Agent, der die Orte eines bestimmten
Gebietes bereist, um die Abnehmer für seine Artikel aufzusuchen. Er vertritt
in der Regel ebenfalls mehrere Häuser und erhält von diesen für die ver-
mittelten oder abgeschlossenen Geschäfte eine höhere Provision, weil in
ihr die Reisespesen inbegriffen sind. In dem’ Orte seines gewöhnlichen
Wohnsitzes ist der Provisionsreisende auch Platzagent. |
Zuweilen garantiert das Haus seinem Agenten. einen jährlichen Mindest-
betrag von Provisionen, den sie ihm unter allen Umständen ausbezahlt und
der daher einem festen Gehalt ziemlich nahekommt.
3. DIE FORMEN DES KLEINHANDELS
Der Kleinhandel verkauft die Waren in kleinen Mengen un-
mittelbar an die Verbraucher. Er ist entweder seßhaft als Laden-
und Hökerhandel oder Wanderhandel, der durch Hausierer und
Detailreisende betrieben werden kann. In jedem Falle steht er mit
dem Konsum in ständiger, unmittelbarer Fühlung und soll daher
über dessen Bedürfnisse genau unterrichtet sein.
Die ursprüngliche Form des Kleinhandels ist der Gemischt-
warenverschleiß, wie er heute noch auf dem flachen Lande besteht.
In den Städten hat er sich nach zwei Richtungen entwickelt: die
eine ging nach Trennung (Spezialisierung) der Waren, die andere
bildete sich zum Großbetrieb aus durch Aufwendung großen Kapitals.
Durch Spezialisierung entstanden die Detailgeschäfte für die ein-
zelnen Warengattungen; manche Detailgeschäfte bildeten sich bis
zum sogenannten Spezialgeschäft aus, das in einem bestimmten
Warenzweige die größte Auswahl in allen Qualitäten zu bieten
trachtet.
Das Detailgeschäft ist die bei weitem häufigste Form des
Kleinhändels, Zumeist arbeitet es mit kleinem Kapital; in neuerer
Zeit haben aber vielfach die innere und äußere Ausstattung des
Geschäftslokales, die hohen Mieten und das notwendige große Waren-
lager die Aufwendung größerer Geldmittel erforderlich gemacht.
Jedes Detailgeschäft muß trachten, einen festen Kundenkreis
zu erlangen; die Zufallskäufer (Passantenverkehr) treten dagegen
mehr in den Hintergrund, Daher ist der persönliche Kontakt des
Detailhändlers mit seinen Kunden wichtig; die Bedienung besorgt
er selbst oder sie wickelt. sich..unter seiner Aufsicht ab; er soll