Full text: Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

EINFÜHRUNG 15 
Zahlungsverkehr (Devisenauszahlung). Während die Kompensation 
das Bargeld ersetzt und dadurch selbst Zahlungsmittel wird, leitet die 
Skontration zuweilen nur zu anderen Geldforderungen über, wie z, B. 
der Wechsel, die Anweisung und der Abhebungsscheck. Aber auch 
diese werden als Kreditzahlungsmittel für alle jene angesehen werden 
können, die sie an Zahlungsstatt empfangen und an Zahlungsstatt 
Weitergeben. Von diesen Kreditzahlungsmitteln hat der Überweisungs- 
Scheck in England und in der Union eine so weitgehende Anwendung 
gefunden, daß man dort zweifellos von einer Massengewohnheit der 
Scheckverwendung!?) sprechen‘ kann, so daß er dort dem Gelde zu- 
zuzählen ist. Aber auch andere Kreditzahlungsmittel, wie die Kom- 
pensation, der Giro- und Clearingverkehr, der Wechsel, der Scheck, 
die Auszahlung, werden allenthalben im kaufmännischen Verkehr ver- 
wendet, so daß sie im übertragenen Sinne als kaufmännisches Geld 
bezeichnet werden können. 
3. DIE WARE 
Das Gut, das in den Verkehr gesetzt wird, heißt Ware. Auch das 
Geld ist Gegenstand des wirtschaftlichen Verkehrs, aber es ist hiebei 
lediglich Mittel zum Zweck, während der Austausch der Ware selbst 
Zweck des wirtschaftlichen Verkehrs ist. Denn dieser ist ja der 
Inbegriff des Güteraustausches letzten Endes zwischen Produktion 
und Konsumtion; das Gut, das erzeugt wurde, um verbraucht zu 
werden, sucht den Weg zur Konsumtion entweder unmittelbar oder 
mittelbar durch den wirtschaftlichen Verkehr, In diesem geht das 
Geld den umgekehrten Weg vom Verbraucher zum Erzeuger, es ist 
das Mittel, das den Tausch und damit den wirtschaftlichen Verkehr 
erleichtert und befördert, Zur Unterscheidung vom Geld ist daher 
Ware jedes Gut, das Gegenstand und dessen Austausch 
Zweck des wirtschaftlichen Verkehrs ist. 
Zunächst kommen als Waren die Sachgüter in Betracht, die 
entweder unmittelbar zur Bedürfnisbefriedigung (eigentlichen Kon- 
sumtion) oder zum Zwecke der Produktion (technischen Konsumtion) 
verbraucht werden (Konsumtiv- und Produktivgüter); man bezeichnet 
sie als eigentliche oder wirkliche Waren, sie bilden den Gegen- 
stand des Warenverkehrs oder des Warengeschäftes und sohin auch 
des Warenhandels, Man scheidet sie in Rohprodukte und Fabrikate. 
Rohprodukte sind teils nach geringfügigen Veränderungen zum 
Konsum bereite Güter, wie Obst, Gemüse, Eier, Fleisch usw.,, teils 
Rohstoffe für die Bearbeitung oder Verarbeitung zu Halb- oder Ganz- 
fabrikaten, wie Flachs, Wolle, Erze usw. Nach dem Ursprungslande 
teilt man die Rohprodukte ein in einheimische Rohprodukte, wie 
12) Wieser a. a. 0. 
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