216 DIE TECHNIK DES WIRTSCHAFTLICHEN VERKEHRS
jederzeit die nötige Bardeckung bereithalten, um ihre Noten in barem
Geld einlösen zu können; die Höhe dieser Bardeckung schwankt
bei den einzelnen Notenbanken zwischen einem Viertel und zwei
Dritteln der ausgegebenen Noten, Aber auch der Rest der Deckung
wird nur in leicht in Geld umsetzbaren (leicht realisierbaren)
Werten, wie Edelmetallen, Wechseln, Effekten, Kupons ‚u. dzl.,
bestehen dürfen, damit die Bank auch für den Fall gerüstet ist,
als Noten über die Bardeckung hinaus zur Einlösung präsentiert
werden, Am leichtesten kann sie dieser Aufgabe gerecht werden,
indem sie Wechsel mit kurzer Laufzeit (bis drei Monate) in Eskont
nimmt und dagegen ihre Noten ausgibt, und daher ist der Wechsel-
eskont das wichtigste Aktivgeschäft der Notenbanken; in zweiter
Linie steht das Lombardgeschäft (die Belehnung von Waren und
Effekten). Von dem Umfang dieser beiden Aktivgeschäfte hängt die
Menge der ausgegebenen Noten ab, Da aber diese — bei normalem
Zustand — in der durch das jeweilige Deckungssystem (s. S. 12)
gegebenen Art begrenzt ist, so ergibt sich die Notwendigkeit, den
Eskont von Wechseln und die Lombardierung von Wertpapieren
jeweils zu drosseln, dann auch wieder anzuregen; diese Regu-
lierung erfolgt durch. ein Erhöhen oder Ermäßigen des Zinsfußes
im Wechseleskont- und Lombardgeschäft 12),
Der Gewinn einer barzahlenden Notenbank aus dem Noten-
privilegium besteht in dem Zinsgewinn aus den mit den Noten
durchgeführten Aktivgeschäften, vermindert um den aus der still-
liegenden Bardeckung resultierenden Zinsverlust. Anders bei einer
Notenbank, die nicht verpflichtet ist, ihre Noten in barem Geld
einzulösen; sie ist dann entweder überhaupt von der Einlösungs-
pflicht enthoben oder sie kann diese Einlösung auch in Schecks
oder Auszahlungen auf fremde Währung lautend (zur Münzparität
umgerechnet) vornehmen (Deutsche Reichsbank, Österreichische
Nationalbank, Bank von Danzig u. a.). Im ersteren Falle besitzt
sie in der ausgegebenen Notenmenge ein zinsloses, langfristiges
Darlehen, das ihr allerdings nur zum Teil für ihre Aktivgeschäfte
zur Verfügung stehen wird, weil in solchen Fällen gewöhnlich der
größere Teil dem Staate überlassen werden muß. Eine Einlösung
der Noten in Devisen ist die Folge der Goldexchange-Währung
(s. S. 11) und ermöglicht es der Bank, ein großes Devisenportefeuille
zu halten, das sie wieder zur wirkungsvollen Durchführung ihrer
Devisenpolitik (s. S. 68). befähigt. Da in diesem Falle die Bar-
deckung kleiner gehalten werden kann (bei der Deutschen Reichs-
1?) Auf die Zinsfußpolitik der Notenbanken, näher einzugehen, ist nicht.
Aufgabe dieser Darstellung, sondern der Wirtschaftspolitik, Neben vielen.
BE ES hierüber die treffenden Ausführungen in: Somary, Bankpoli-