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OESTERREICH.— Finanzen (Jahresrechnung .
chischen Steuersysteme unterworfen worden, eine grössere Vermehrung
der Einkünfte erwarten dürfen. — Die verhältnissmässig geringe Steuerkraft
des von Natur so reichen Landes zeigt sich namentlich bei der Einkommensteuer,
wenn man deren Ergebniss mit jenem in England vergleicht.
— Eine besondere Erwähnung verdient noch der Zollertrag, für
1864 veranschlagt zu nur 15’7Ü0,00Ü fl. brutto. Ausser 1'862,622 fl.,
welche ausschl. diese Erhebung kostet, erfordert die Finanz wache einen
Aufwand von 6‘4 Mill. — Allerdings besteht dieses Corps nicht blos
für Erlangung der Zollgebühren, sond. auch zur Wahrung der Monopole;
indess bleibt der Kostenaufwand gleichwol ungemein hoch. (In England
kamen 1858 auf 24'146,215 Zolleinnahme nur 817,192 t* Kosten,
also kaum 9’4 7o-) I^er Rohertrag war:
Das Tabaksmonopol besteht in Oesterreich schon seit 1670,
die Staatsregie seit 1 789 ; doch wurde dieselbe auf Dalmatien erst 1822
ausgedehnt, auf Tirol 1828, Lombardo-Venetien 184 2 und Ungarn mit
Nebenländern 1851. Der Cigarren verkauf stieg auf Mill. Stück :
1841 1847 1851 1854 1857 1858 1859 1861 1862 1863
55,2 190,0 7S4,2 785,5 1035,9 1023,7 797,2 873,8 981,5 1040
Rauchtabak verkauf 1841: 277,504 Zollctn., 1850 (Maxim.) 022,714
1859: 504,470, 1801: 440,339, 1803: 531,453. Schnupftab.: 1841: 54,070
Zollcent., 1854 (Max.) 72,810, 1859: 02,794, 1801 : 53,741, 1803: 51,338. Auf
den Kopf der Bevölkerung kamen 1859: 20,88 Cigarren und 1*/« Rfd. Tabak.,
Zu „Ausgaben“. Ziehen wir von der Gesammtausgabe, ebenso wie
bei den Einnahmen, die Betriebs- und Erhebungskosten ab, so bleibt
ein Netto-Bedarf von 997’2SS,697 fl. Hievon erfordern
die Staatsschuld, sammt Tilgung 155’934,123 fl. = 39,25 Broc,
die T.and-u. Seemacht . . . 110'440,451 - = 29,31
Diese 2 unproduct. Bosten . 272'374,574 - = 08,50 Broc.
Noch schlimmer gestaltet sich das Verhältniss, wenn wir diesen
Bedarf mit dem wirkl. reinen Einkommen vergleichen ; die beiden Bosten
verschlingen davon 79,9 7 Broc, und zur Bestreitung aller übrigen Staatsbedürfnisse
verbleiben nur noch 71’989,04Ü fl. oder 20,09 Proc !
Im J. 1845 hatte der Etat des Kriegsministeriums erst 52'/,
Mill, betragen. In den beiden Revolutions- und Kriegsjahren 1848 und
49 zusammen kostete das Militärwesen 237 272,949 fl. ; in den beiden
blossen Rüstungsjahren 1 854 und 55 dagegen zusammen 424’737,688
fl.*) Und doch erwies das J. 1859, dass die langjährige Ueberan-*)
Der Militäraufwand war :
1846 1847 1848 1849 1850 1851
59'215,949 02’908,090 72’290,459 165’081,884 120’102,936 125’840,078
Die Rechnungen gestalteten sich übrigens in der ersten Zeit nach Niederwerfung
der Revolution schon dadurch unklar, dass man zufällige Einnahmen
Zoll
Rübenzuckersteuer
1855: 19)90,004 fl. C.-M
1850: 1’055,723 -
1857: 2’141,714 -
1800: 5'112,225 - R.-AV
1801 : 5’305,999 -
1802: 5’240,125 -
1855: 19’000,4S2 fl. C.-M
1850: 20’541,310 -
1857: 18’780,427 -
1858: 19’530,470 -
1859: 13’204,211 - R.-AV
1860: 12’343,405 -