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DEUTSCHLAND. — Bayern (Sociale Verhältnisse).
ben, dass die relative Zahl der Selbstmorde bei den Protestanten fast
dreimal so gross ist als bei den Katholiken. (Beide Erscheinungen ste
hen nur scheinbar im Widerspruch.)
Volksbildung. Elementarschulen gab es 1861 7126 mit 8265 Leh
rern — Bei der Truppenaushebung des Jahres 1863 hatten 9,88% der
Conscribirten eine mangelhafte Schulbildung (1862 1 1,7 %, 1861
11,76%); davon in Niederbayern 19,7, Oberpfalz 15,9,' Oberbayern
9,2, Pfalz (wo alle Wohlhabenden Ersatzmänner zu stellen pflegen) 8,2,
Schwaben 7,4, Oberfranken 7,0, Unterfranken 6,8, Mittelfranken 4,8%•
— Mittelschulen (1862): 29 Gymnasien mit 301 Lehrern, 2532
Gymnasial- und 4882 Lateinschülern. Ausserdem 28 isolirte T,atein-
schulen mit 198 Lehr, und 1363 Schul. — 8 Bealgymnasien und 29
Ge werbschulen. — 1 polytechn. Schule. — 3 Universitäten.
Beschäftigungsweise. Von je 1000 Einw. lebten (nach v. Hermann) *) :
von Landwirthschaft ....
von Industrie und Handel . .
von Renten, Staatsdienst, Kunst
im Militär
conscribirte Arme
Dampfmaschinen. Im J
1840
657
257
54
14
18
861
1852
679
227
55
19
20
Die Zahl der Geistli
chen ist bei den Katho
liken wie 1 :464, bei den
Protestanten 1 ; 1015.
1861 889 mit 77,889 Pferdekraft,
worunter aber 353 Locomotiven mit 55,136 Pferdekraft.
Berg- und Hüttenwesen, 1861:
Werke Production
Bergwerke 549 6’455,252 Zollcntr.
Hüttenwerke 139 P563,541
Salinen 8 1’009,753
Zusammen
Geldwerth
1’421,962 H.
8’371,628 -
4’278,446 -
14’U72,036%
Arbeiter
3716
3792
2294
irbOiT“
696 9’008,546 Zollcntr.
Doch sind dabei die im Hüttenbetrieb verwendeten Bergproducte
offenbar doppelt aufgeführt, und in dem Gcldwcrth der Salinenproducte
ist nicht blos der reelle Werth, sondern auch die Salzsteuer einbegriffen.
— Von den Werken gehörten 1860 82 dem Staate. — Die wichtigsten
Bergwerksproducte waren 1862: 4’424, 102 Zollccntner Steinkohlen,
r096,882 fl. werth, von 131 Werken; 1’032,957 Cntr. Eisenerze,
186,131 fl., von 279 Werken; —wichtigste Hüttenproducte : 600,021
Cntr. Roheisen, ,1’688,802 fl. worth, v. 84 Werk.; 232,920 Cntr. Guss-
waaren, 1'614,786 fl.; 694,421 Cntr. Stabeisen, 4’715,765 fl. etc.
Bezüglich (1er Landwirthschaft ist zu bemerken, dass der Tabakbau
sich sehr vermindert hat. Im J. 1857 waren 20,178 Tagwerk mit Tabak be-
rtui v/ii. 1111 TTciiiic vuii II .viiii. n. geschätzt
140,000 Ctr. ausgeführt, im Werthe von 7% Mill. fl. — Der Viehstand war
bei der Aufnahme v. 1801: 380,108 Pferde, 3’185,882 Stück Rindvieh, 2’058,63K
Schafe, 150,855 Ziegen, 926,522 Schweine. Schon 1854 ward der Geldwerth des
Viehstandes auf 223’964,586 fl. geschätzt.
*) Aeusserst interessante Vergleichungen über den Stand der Gewerbe in
den Jahren 1847 und 61 bei v. Hermann.