Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

IL. INSTRUMENTE DES KAUFMÄNN. KREDITVERKEHRS 59
daher eigentlich Überbringerschecks. Soll ein weißer Scheck zur Übertragung
 verwendet werden, so muß er gekreuzt, das heißt auf der Vorderseite
 mit dem quer über den Text geschriebenen Vermerk „nur zur Verrechnung“
 versehen werden. Jeder Kontoinhaber ist verpflichtet, seine Akzepte
 bei der kontoführenden Bankanstalt oder bei einem Mitglied des Saldierungsvereines
 zahlbar zu stellen und rechtzeitig zu avisieren.
b) Der Giroverkehr des Postsparkassenamtes wird von diesem
in Verbindung mit sämtlichen Postämtern (Sammelstellen) vermittelt;
 er erstreckt sich somit auf alle Postorte und ermöglicht so
einen ‚fast kostenlosen Zahlungsverkehr ohne Unterschied des Ortes.
In letzter Zeit ist es überdies ermöglicht worden, einen wichtigen
Teil des Auslandes in diesen Zahlungsverkehr einzubeziehen.
Der Kontoinhaber muß eine Stammeinlage von 10 S auf dem Konto
unverwendet halten; das Guthaben wird mit 2% p. a. verzinst in Halbmonaten
 als Zeiteinheiten. Von jeder Veränderung des Guthabens wird der
Kontoinhaber mittels Kontoauszuges verständigt. Bareinzahlungen erfolgen
mittels besonderer Empfangserlagscheine, die, mit Namen und Nummer des
Kontos versehen, an den Kontoinhaber ausgefolgt werden. Mit diesen kann
sowohl der Kontoinhaber als auch eine dritte Person, der sie zu diesem
Zwecke vom Kontoinhaber ausgefolgt werden, Bareinzahlungen bei jedem
Postamte in Österreich machen. Ferner können Einlagen gemacht werden
durch Gutschrift von Postanweisungen, durch Inkasso eingesandter oder erlegter
 Kupons von österreichischen Staatspapieren, und durch Inkasso von in
Wien zahlbaren Wechseln, Schecks, Anweisungen, Kupons, Rechnungen und
anderen Forderungsdokumenten, jedoch bis auf weiteres nur für Kontoinhaber,
 die nicht in Wien domizilieren.
Das Postsparkassenamt besorgt ferner die Umwechslung von Valuten
und die Akzepteinholung von Wechseln.
Rückzahlungen können nur mittels Schecks erfolgen; das Postsparkassenamt
 unterscheidet Namenschecks und Kassenschecks. Der Namenscheck
 enthält den Namen des Zahlungsempfängers, dem der Betrag entweder
 bei einer der Sammelstellen ausgezahlt oder auf sein Girokonto
bei dem Postsparkassenamte oder bei der Österreichischen Nationalbank
gutgeschrieben wird. Zahlungen, die in regelmäßigen Perioden an denselben
 Monatstagen im selben Betrage für denselben Empfänger wiederkehren,
 können durch einmaligen Scheck — Dauerscheck — verfügt werden.
Der Kassenscheck enthält keine Bezeichnung des Zahlungsempfängers und
wird nur beim Postsparkassenamte in Wien ausgezahlt; die Präsentation
muß binnen 14 Tagen erfolgen.
Nach dem Muster des österreichischen Postsparkassenamtes sind
gleichartige Anstalten in den Nachfolgestaaten errichtet worden;
so das Postscheckamt in Prag, die ungarische Postsparkassa in
Budapest, das Postsparkassenamt für das Königreich der S.H.5S. in
Belgrad mit den ihm unterstellten Postscheckämtern in Agram, Laibach
 und Sarajewo, schließlich die Postsparkassen in Warschau,
Posen und Krakau; in Polen regelt das Scheckgesetz vom 14. November
 1924 die Abhebungsschecks in einer den deutschen Bestimmungen
 ähnlichen‘ Weise.
Deutsches Reich. Das deutsche Scheckgesetz vom 11. März
            
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