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einigten Staaten möchte am liebsten darauf ver—
zichten, den Weltmarkt auf das hohe Preisniveau zu
ringen, das hinter den Zollmauern der U. S. A.
ür industrielle Erzeugnisse besteht und nach ihrer
Auffassung auch für die landwirtschaftlichen Erzeug—
aisse erreicht werden muß. Ihr Ziel ist, ihre eigene
WBeizenerzeugung dem Inlandsbedarf anzupassen,
leichzeitig zu erreichen, wie das Schlagwort heißt,
aß der Dollar des Farmers dem Dollar des Indu—
triellen gleichwertig wird und zu verhüten, daß der
niedrige Preis, zu dem der Erzeugungsüberschuß
uuf dem Weltmarkt abgesetzt werden muß, den In—
andspreis beeinflußt. Anders in Kanada. Von
dem unter dem Pflug befindlichen Land sind in
danada zwei Fünftel mit Weizen bestellt. Die
Weizenernte ist für den kanadischen Farmer „cash
ropꝰ, das, was ihm Bargeld bringen muß. Von
der Weizenerzeugung Kanadas gehen 60 bis 70v. H.
auf den Weltmarkt. Das kanadische Verteilungs—
ystem ist in erster Linie auf den Ausfuhrhandel
»ingestellt. Die Höhe des Weltmarktpreises ist
Lebensfrage für den kanadischen Farmer. Sein
Ziel muß es sein, die Stetigkeit des Weizenpreises
auf dem Weltmarkt zu erreichen. Man geht in
Kanada davon aus, daß das Problem der Preis⸗
tabilisierung für Weizen von der Erzeugerseite her
zelöst werden müsse, da die Nachfrage von der Ver—
raucherseite eine ziemlich konstante Größe und auch
iber das Wirtschaftsjahr ziermlich gleichmäßig ver⸗
eilt sei. Zutreffend ist jedenfalls, daß das Nuügebot
von Jahr zu Jahr je nach dem Ausfall der Ernte
angeheuer schwankt und auch die Neigung hat,
innerhalb des Wirtschaftsjahres sich auf bestimmte
Monate zusammenzudrängen. Schon die Ernte—
nengen Kanadas und der Vereinigten Staaten
zeigen viel größere Schwankungen ais diejenigen
der europäischen Länder. Noch größerem Wechsel
ind die Weizenmengen unterwoctfen, die in den in—
elnen Jahren aus Argentinien, Australien und
Indien auf dem Weltmarkt erscheinen. Die Un—
tegelmäßigkeit der Jahreserträge und die Zu⸗
ammendrängung der Hauptwelternten auf wenige
Monate sind grundlegende Tatsachen in der Preis⸗
ꝛewegung des Weizens. Der Unlerschied ist nur:
Für ein Zuschußland kann die Aufgabe der Preis,
tabilisierung als eine Frage betrachtet werden, die
ich auf das durch die Zollmauern eingehegte Gebiet
heschränkt; für Überschußländer ist die Wetzenvalori—
sierung notwendig ein weltumspannendes Probosem.
Die nachfolgende graphische Darstellung, der die
vom Internationalen landwirtschaftlichen Institut
deröffentlichten Zahlen zugrunde liegen, zeigt das
Anwachsen der Anbaufläche für Weizen in Kanada
zegenüber der verhältnismäßigen Beharrungs—
endenz in den Vereinigten Staaten, Indien, Austra-
sien und Argentinien.
In den Kriegsjahren mußte der nordamerika—
nische Kontinent fast ausschließlich die Weizenver⸗
sorgung der europäischen Länder, foweil sie noch
nit dem Weltverkehr in Verbindung standen, über—
nehmen. Rußland, vor dem Krieg an der Welt—
ersorgung hervorragend beteiligt, war ausgefallen;
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Nr. 2785
der Schiffsraum war zu kostbar geworden, als daß
nan ihn für die Heranholung von Getreide auf den
angen Frachtlinien aus den Ländern der südlichen
halbkugel, die zudem sich auf die einträglichere
Fleischlieferung geworfen hatten, hätte einsetzen
önnen. Dieser Notwendigkeit entsprach die Steige⸗
ung der Anbaufläche für Weizen in Kanada und in
den Vereinigten Staaten insbesondere seit 1917.
Die Kurve für Kanada zeigt, daß aber doch die
driegsereignisse in dieser Bezlehung in Kanada nur
ördernd in eine im Gang befindliche Entwicklung
ingriffen. Die Steigerung der Anbaufläche folgi
ort ohne wesentliche Rückschläge der bereits seit Be—
zinn des Jahrhunderts vorhandenen Tendenz.
Insbesondere der seit 1921 eingetretene Konjunktur
ückschlag hat eine weitere Ausdehnung der Anbau—
läche zwar aufgehalten, aber die Anbaufläche auch
nicht mehr herunterzudrücken vermocht. In den
bereinigten Staaten ist dagegen der steile Anstieg
der Kurve von 1917 bis 1919 keiner Einwirkung
iatürlicher Entwicklungstendenzen, sondern den
driegsereignissen zu verdanken. Es wurde Land
ür den Weizenbau herangezogen, das früher
inderen Zwecken gedient hatte und, sobald die hohen
driegspreise für Weizen verschwanden, diefen
3wecken auch wieder zugeführt worden ist. Es zeigt
ich deshalb 1920 zunächst ein plötzlicher steiler, sat
921 ein langsam fortschreitender aber ständiger
bfall der Anbaufläche. Sie ist 1925 unter den
5tand von 1914 herabgesunken. Auf die Einzel-
eiten dieser Erscheinung wird bei der Darstellung
er in den Vereinigten Staaten in der Nachkriegs
eit angestrebten Preisstabilisierungs maßnahmen
iäher einzugehen sein. Es genügt, sich hier auf die
Feststellung zu beschränken, daß in den Vereinigten
ztaaten der Landwirt mehr andere Betätigungs—
aöglichkeiten hat als Weizenbau, und daß die be—
ondere Art der Einstellung den Farmer der Ver—
inigten Staaten auch nicht abhält, aus der Land—
virtschaft zur Industrie überzugehen, wenn ihm die
ẽrwerbsmöglichkeiten dort günstiger erscheinen. Es
oll nicht behauptet werden, daß die Einstellung des
anadischen Farmers zu seinem Beruf eine weseni—
ich andere sei; aber jedenfalls bot und bietet ihm
as Land nicht die Möglichkeiten des Wechsels der
dulturarten und die Industrie Kanadas nicht die
leichen Unterkommensmöglichkeiten wie die Indu—
trie der Vereinigten Staalen. Die Bedeutung der
anadischen Industrie darf allerdings nicht unter—
chätzt werden. Der Wert der industriellen Erzeugung
danadas übersteigt bereits den Wert der landwirt
chaftlichen Ergzeugung des Landes. Der Nettowert
her landwirtschaftlichen Erzeugung (ohne Waldwirt⸗
chhaft und Fischerei) im Jahre 1921 war nach dem
Tanada Year Book 1092 422 000 Doll., der der
ndustriellen Erzeugung (ohne Baugewerbe, Berg-
verksbetrieb und elektrische Krafterzeugung)
1151970 000 Doll. Das in Kanada in industriellen
Anternehmungen investierte Kapital stieg von
247 583 000 Doll. im Jahre 1911 4auf 3 125 772 000
dollar im Jahre 1922. Dagegen sank bemerkens
verterweise die Zahl der beschäftigten Personen von
515 203 im Jahre 1911 nach einem Ansteigen bis