begrifflich doch scharf von ihm zu trennen ist ihr Bereit-
schaftswert.
Einer meiner Mitarbeiter!) stellte 98 Volksschulkindern die
Frage „Welches Dorf liegt im Westen von Würzburg ?“, die so-
gleich schriftlich zu beantworten war. 50 Antworten waren rich-
tig. 4 falsche Antworten fielen auseinander und kamen nur je
einmal vor. 44 Antworten jedoch waren gleichfalls falsch, fielen
aber teilweise zusammen, am meisten, nämlich sechzehnmal,
wurde bei diesen 44 Antworten die kleine Stadt Heidingsfeld ge-
nannt, dann folgten die Dörfer Dürrbach und Gerbrunn mit 14
bzw. 5 Notierungen. Warum wurden nun gerade diese Orte von
den Kindern notiert? Warum wurde am meisten Heidingsfeld:
notiert, warum folgte dann Dürrbach und dann Gerbrunn? Ein
anderes Experiment gibt die Antwort. 177 andere Schüler wurden
ersucht, einen ganz beliebigen Dorfnamen aus der Nähe Würz-
burgs zu notieren, was den Erfolg hatte, daß am meisten Hei-
dingsfeld, dann Dürrbach, dann Gerbrunn und dann erst andere
Dorfnamen aufgeschrieben wurden. Die häufigsten falschen Ant-
worten und die Häufigkeitsfolge der Orte aus dem ersten Ver-
such fallen also zusammen mit den häufigst notierten Orten und
ihrer Häufigkeitsfolge im zweiten Versuch. Das Ergebnis des
ersten Versuchs beruht also offenbar darauf, daß die Orte Hei-
dingsfeld usw. im Bewußtsein eine besonders große Bereitschaft
zur Nennung aufwiesen und daß diese Bereitschaft bei Heidings-
feld größer war als bei Dürrbach und hier wieder größer als bei
Gerbrunn. Jene drei Orte sind offenbar besonders bekannt, sie-
werden offenbar so viel erwähnt, daß sie den Kindern sozusagen
auf der Zunge liegen.
So müssen wir auch durch die Reklamen eine Bereitschaft des
Inhalts dieser Reklamen erzeugen. Er muß (wie bei unseren
*) J. Dauber, Die Gleichförmigkeit des psychischen Geschehens und die
Zeugenaussagen. Fortschritte der Psychologie und ihrer Anwendungen..
Bd. 1. ‘1918. 8. 126 ff.
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