Zählen assoziiert oder reproduziert z. B. jede Zahl die nächst
höhere. Wir können daher sagen, daß die Erlebnisse A, B dann
einen größeren gegenseitigen Assoziationswert haben als die
Erlebnisse C, D, wenn jene sich leichter hervorrufen als diese,
wenn sie also im Bewußtsein enger miteinander verbunden sind
als die Erlebnisse C, D. Übrigens kann der Assoziationswert der
Verbindung A B größer oder kleiner sein als derjenige der Ver-
bindung B A. Wer gelernt hat, das Alphäbet von vorne nach
hinten aufzusagen, kann es deshalb noch lange nicht ebensogut
von hinten nach vorne aufsagen.
Wir können nun eine direkte Assoziation oder Reproduktion
und eine indirekte unterscheiden. Um eine direkte handelt es
sich in unserem obigen Beispiel mit dem Blumenfreund. In
solchen Fällen braucht es nicht einmal zu einem eigentlichen,
expliziten Kaufentschluß zu kommen; denn die Reklame kann
die Betätigung des Kaufs ganz unmittelbar nach sich ziehen.
Ein indirektes Assoziieren der fraglichen Willenshandlungen, eine
indirekte assoziative Wirkung liegt vor, wenn ein Reklamemittel
im Gedächtnis haftet und erst später unter geeigneten Bedin-
gungen wirksam wird. Bei den direkten und indirekten Asso-
ziationen ist übrigens zu bedenken, daß niemals ein Erlebnis iso-
liert im Bewußtsein vorhanden ist, sondern daß jeder Bewußt-
seinsvorgang immer mit einer großen Anzahl anderer verbunden
und gewissermaßen verflochten ist. Auch diese anderen mit ihm
verbundenen Erlebnisse, und zwar nicht nur die deutlich bewuß-
ten, sondern auch die unterbewußten, kommen für die assoziative
Wirkung eines Erlebnisses in Frage. Ja auch die unter die Be-
wußtseinsschwelle versunkenen früheren, jetzt unbewußt gewor-
denen Erlebnisse können sich beim Assoziationsvorgang geltend
machen. Endlich ist dieser häufig in seiner konkreten Gestaltung
nicht nur von Erlebnissen als solchen, sondern auch von jenen
Dispositionen abhängig, welche die Persönlichkeit ausmachen und
gestalten. — Wir können hiernach auch sagen: der Assoziations-
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