Full text: Psychologie der Werbung

große Menge bestimmt sind (Kursbücher, Steuergesetzerklä- 
rungen oder besonders im Preise zurückgesetzte oder antiqua- 
rische Bücher u. a.) im Schaufenster mit deutlich sicht- 
baren Preisen auszeichnen. Er wird aber nicht eine ganze Aus- 
lage von vielen Büchern durch aufdringliche Preisauszeich- 
nungen ästhetisch verderben 1). Wenn Lysinski schreibt: „Das 
Publikum entschließt sich nicht so leicht, auf einen Gegenstand 
Bezug zu nehmen, dessen Preis es nicht kennt. Denn es ist ihm 
dabei immer peinlich, einen Preis zu hören, den es nicht anlegen 
will oder kann“, so ist dies im allgemeinen gewiß beachtenswert, 
aber es darf nach dem Gesagten und auch noch aus Gründen, 
deren Darlegung hier zu weit führen würde, keineswegs unbedingt 
maßgebend sein. Auch ist natürlich der Aufmerksamkeitswert 
der Preisauszeichnungen im Schaufenster bei verschiedenen 
Artikeln ein sehr verschiedener, 
Daß die Verwendung allzuvieler Gegenstände im Schaufenster 
von Übel ist und daß dies keinenfalls Ermüdung aufkommen 
lassen darf, wurde schon im dritten Abschnitt erwähnt. Auch die 
Zahl der in einem Schaufenster ausgestellten Hüte darf also 
nicht unbeschränkt groß sein, wobei auch zu berücksichtigen 
sein wird, daß die einzelnen Stücke einander nicht oder doch 
nicht allzusehr stören dürfen.. Auch sind 20 Hüte je nach der 
Größe des Schaufensters viel oder wenig Hüte und 20 Hüte sind 
für ein Schaufenster unter Umständen viel, für das 20 Bleistifte 
nichts bedeuten. Der Satz „Lege möglichst viele Gegenstände ins 
Schaufenster“, wäre daher gleichfalls falsch! Der Satz endlich 
„Vermeide dekoratives Beiwerk“ ist, wie ohne weiteres erhellt, 
in seiner Allgemeinheit gleichfalls unhaltbar. Wenn zwei Fir- 
men etwa nur Orangen und Zitronen verkaufen, wird diejenige, 
die im Schaufenster dekoratives Beiwerk bietet, durch das die 
1) Über die Dekoration der Schaufenster der Buchhandlungen vgl. 
K, Loele und 0. Bruere. Das Bücherschaufenster, Berlin, ohne Jahreszahl, 
1919 erschienen. 
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