Full text: Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

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ausgesprochen werden?), daß die Arbeitszeiten des Schmel- 
zers im Gegensatz zu denen des Gichters außerordentlich 
wechselnd seien, so daß hier für den Arbeitsdienst nur 
Durchschnittszahlen und langjährige Beobachtung zu Grunde 
zu legen seien. Die einzelnen Arbeitsoperationen, die zu 
diesem Zwecke gemessen wurden, bestanden vor allem im 
Aufbrennen oder Aufbohren des Stichloches, in Arbeiten 
beim Ausfließen des Roheisens bis zum Herrichten der 
neuen Abstichrinne und im Aufräumen der Arbeitsbrücke. 
Die Addition der dafür errechneten Durchschnittszahlen 
ergab auch hier die Zeit des reinen Arbeitsdienstes für 
den einzelnen Abstich. Durch Multiplikation mit der Zahl 
der Abstiche während der Zwölfstundenschicht wurde die 
Dauer des gesamten reinen Arbeitsdienstes in Höhe von 
dreimal 1 Stunde 25 Minuten = 4 Stunden 15 Minuten 
errechnet, so daß unter Abzug von 2 Stunden Pausen 
5 Stunden 45 Minuten für die Arbeitsbereitschaft übrig 
blieben. Da der Vorschmelzer von einem Teil der Arbeits- 
funktionen der übrigen Schmelzer zugunsten des Beobach- 
tungsdienstes befreit ist, den vornehmlich er zu leisten 
hat, wurde als Ergebnis besonderer Zeitstudien für seine 
Tätigkeit ein Arbeitsdienst von 2'/, Stunden und ein Be- 
obachtungsdienst von 7*/„ Stunden errechnet. 
Außer den Gichtern und Schmelzern sind direkt am 
Hochofen vor allem noch die Arbeitergruppen be- 
schäftigt, die auf der Hochofensohle das Verladen 
und Fahren von Koks, Alteisen und Kalkstein 
ausführen. Ferner sind hierher die Masselformer zu 
rechnen, deren Tätigkeit in der Aufbereitung des Gieß- 
bettes zur Aufnahme des flüssigen Roheisens besteht; 
Schließlich gehören dazu die Schlackenfahrer, die für 
die Beförderung der Schlacke zum Zementwerk bzw. zum 
Schlackenberg zu sorgen haben. Da die Anwesenheitszeit 
*) Aus der Denkschrift des Hüttenwerkes.
	        
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