Full text : Kritische Studien zum wirtschaftlichen Problem des Zwei- und Dreischichtensystems in Hochofenbetrieben

Sg
ist von da aus nicht zu erfassen. Diese Steigerung des
Lohnanteils von 5,3%, auf 8°%,, die nicht auf der Veränderung
 der Arbeitszeit beruht, da sie unter der Herrschaft
 desselben, nämlich des Zweischichtensystems, zu beobachten
 ist, dürfte auf die gänzlich veränderten Lohnverhältnisse
 der Nachkriegszeit zurückzuführen sein. Kinmal
hat hier, wie bereits erwähnt (siehe S. 55), die besondere
Gestaltung der Lebenshaltungskosten, die vor dem Kriege
dank der außerordentlich günstigen landwirtschaftlichen
Verhältnisse in dieser Gegend sehr niedrig waren, die Notwendigkeit
 einer Erhöhung der Lohnsätze bedingt; ferner
ist die Abnahme der Spanne zwischen den Löhnen für ungelernte
 und gelernte bzw. angelernte Arbeiter in Rechnung
zu stellen. Außerdem wurde anläßlich der Untersuchung
der Statistik über die Hochofenbelegschaft bereits klargelegt,
 daß deren Zusammensetzung sich ebenfalls zum Teil
verändert hatte, z. B. dadurch, daß infolge Einbeziehung
neuer Betriebsaufgaben neue Arbeitergruppen in die Belegschaft
 aufgenommen wurden, oder dadurch, daß infolge
 weiterer Mechanisierung des Produktionsvollzuges
oder organisatorischer Umgestaltung der Arbeitergruppen
Veränderungen in der Stärke der einzelnen Gruppen selbst
eintraten. Aus all diesen Gründen wird die Erhöhung des
Lohnanteils gegenüber der Friedenszeit erklärlich und
könnte im einzelnen auch genauer berechnet werden, was
jedoch über den Rahmen unseres Themas hinausführen würde.
Wenn es also wohl angängig erscheint, den Lohnaufwand
 in der Vorkriegszeit zu dem in der Nachkriegszeit
in Vergleich zu setzen, nachdem die Währungsstabilisierung
wieder relativ feste Lohnsätze mit sich gebracht hatte,
wird es jedoch unmöglich, diese Aufgabe in gleicher Weise
für die Jahre 1913 und 1923 durchzuführen, um dadurch die
wirtschaftlichen Auswirkungen des Achtstundentages gegenüber
 dem Zwölfstundentage klarzulegen; diese beiden Jahre
waren aber für die besprochenen Erhebungen auf dem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.