Aus der Schaulinie ist ersichtlich, daß nach der Finver-
eibung der Südbahnlinien im Jahre 1924 der Güter-
vagenstand im ständigen Sinken begriffen ist,
was auf die Abgabe von Repartitionswagen in-
olge Aufteilung der Fahrparke der ehemaligen. k. k.
österreichischen Staatsbahnen und der Südbahn zurück-
zuführen ist. Nach Abwicklung dieser Abgaben ist die
weitere Absenkung in den Jahren 1926, 1927, 1928 auf
lie Ausmusterung jener Fahrbetriebsmittel zurückzu-
'ühren, deren altartige Bauart öder deren unverhältnis-
mäßig hohe Erhaltungskosten die Ausscheidung als wirt-
ichaftlicher erscheinen ließen.
Fin Teil dieser Abgänge wurde durch die vorläufige
Anmietung von Leihwagen ausgeglichen und wird später
lurch die Finlieferung neuer nach Einheitstypen
zebauter Güterwagen ersetzt. Die untenstehende
Zusammenstellung zeigt den Einlauf der fremden Güter-
wagen und den Austritt der eigenen mit Exportgütern
ns Ausland verladenen Güterwagen.
Aus dieser Zusammenstellung ist zu entnehmen, daß
ainem monatlichen Übergang von durchschnittlich 90.000
fremden Wagen ein Austritt von 30.000 eigenen
Wagen gegenübersteht, wodurch die Bedeutung Öster-
reichs und damit der Österreichischen Bundesbahnen als
Transitstaat bzw. Transitverwaltung zum
Ausdrucke kommt.
Das nachfolgende Bild gibt eine Übersicht über die
Entwicklung der Wagengestellung in Österreich selbst
zeit dem Jahre 1023. Es ist daraus zu entnehmen, daß
diese Entwicklung einen erfreulichen Lauf nimmt, da die
Zahl der gestellten Regelspurwagen von Jahr zu Jahr
zunimmt. So ist die Güterwagengestellung im Jahre 1924
gegen 1023 um 22'5%, 10925 gegen 1024 um 9’8%,, 1926
zegen 1925 um 4% und 1027 gegen 1926 um 87% ge-
stiegen.
Unter den beigestellten Wagen befanden sich im Durch-
schnitte 518% gedeckt gebaute, 47'2% offen gebaute und
0'9% paarig verladene Drehschemelwagen für Langholz
und Träger.
Cinla uf der Zremdwagen und Zustrilk der eigenen Hagen ZE2R- TER
1922 | {923 | A924 | 1925 | AGB _L9RF
9.000
100.000
90.000 .
20.900 \
70.000
0.000
2.000
008% E +
a
30.000
20008
000
E
2 -
mdwagen Ct Eigene Magen.
Wagen Bedarfe:
Gestellle Regelsmurwagen TIE4- TIER.
An
7925 |
IGR2E
780.000
170.000
160.000
0.000
0.000
180.000
20.000
170.000
700.006
Die durchschnittliche Güterwagengestellung pro Tag weis
‚achfolgende Entwicklung auf:
Es wurden gestellt
im Jahre 1919 . 1900 Wagen je Tag
1920 . 2300 „
1921 2700
1922 3200
923. 3300
1924. . 4900
925. ... 5300
Q26. . 4. 5.500
N » 1927. . 0.00... 6000 5 » »
Um trotz der Verminderung der Anzahl der Güter-
vagen den vorstehend ständig steigenden Güterwagen-
bedarf befriedigen zu können, war es in erster Linie
aotwendig, den Umlauf der Güterwagen zu be-
zschleunigen und das Verhältnis von Stehzeit zur Lauf-
zeit günstiger zu gestalten. Während im Jahre 1922 ein
Güterwagen nur 35 mal im Jahre umgesetzt wurde, also
erst nach je 8% Tagen wicderbeladen wurde, konnte
»ereits im Jahre 1926 ein Güterwagen 64 mal im Jahre
nit einer Umsetzzeit von 47 Tagen umgetrieben werden.
Auch die Entwicklung der Wagengestellung auf den
Schmalspurbahnen, welche sich im Figentum oder im
Betriebe der Österreichischen Bundesbahnen hefinden.
ist eine befriedigende.
Es wurden gestellt:
im Jahre 1922 . 73.602 Schmalspurwagen
1923 . 82.500
1924 . 00.553
1925 . . . . 86.172
1926 . . . . 85.220
„ „ 1027... . 92.283 »
Da die Güterwagenbewegung eines jeden Landes ein
3ild der wirtschaftlichen Entwicklung gibt, kann aus dem
tändig steigenden Güterwagenbedarfe auf eine zu-
ı1ehmende Besserung der wirtschaftlichen
‚age unseres Staates und damit auch der Österreichi-
«chen Bundesbahnen geschlossen werden.
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