Full text : Die Theorie der Volkswirtschaft

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In  verschiedenen  Perioden  der  kapitalistischen  Entwicklung
ist  die  relative  Zunahme  oder  Abnahme  des  Konsums  der  Kapitalisten- ­
  oder  Arbeiterklasse  verschieden,  aber  die  Tendenz  bleibt
konstant:  die  Aufwendungen  an  gesellschaftlicher  Arbeit  für  Produktions- ­
  und  Verkehrsmittel  nehmen  mit  der  Akkumulation  des
Kapitals  im  Lande  absolut  und  relativ  immer  mehr  zu.
Aber  die  Zunahme  der  Produktions-  und  Verkehrsmittel  muß
auf  die  relative  Reduktion  der  unmittelbaren  Bedarfsartikel  bei
den  Kapitalisten  und  Arbeitern  stoßen,  denn  in  letzter  Linie  wird
die  Produktion  für  den  Konsum  organisiert.  Da  aber  der  Umfang
des  gesellschaftlichen  Konsums  eines  jeden  Produktes  nicht  festgestellt ­
  wird,  so  führt  die  Zunahme  des  Kapitalismus  in  diesem
oder  jenem  Industriezweig  zur  Überproduktion  und  zur  Krisis.
Nehmen  wir  an,  daß  das  akkumulierte  Kapital  sich  in  der  Produktion ­
  von  Kattun  realisiert.  Das  Kapital  wird  für  Baumwolle
und  Spinnereimaschinen  aufgewendet,  die  Kattunproduktion  hat
sich  um  das  Doppelte  vermehrt.  Da  aber  der  Konsum  der
Kapitalisten  und  der  anderen  gesellschaftlichen  Klassen
nicht  entsprechend  dem  Wachstum  der  Produktion  steigen
kann,  so  zeigt  sich  schließlich,  daß  mehr  Kattun  produziert  ist,
als  abgesetzt  werden  kann.  Der  Kapitalist  ist  im  Besitze  eines
Mehrproduktes  in  Gestalt  von  Kattun,  das  er  in  einem  anderen
Industriezweig  in  Produktionsmitteln  realisieren  muß,  um  es  in
Kapital  zu  verwandeln  und  fortgesetzt  Profit  zu  erlangen.  Da  er
aber  den  Kattun  nicht  absetzen  kann,  so  kann  er  auch  nicht  für
den  neuen  Industriezweig  Produktionsmittel  kaufen.  Folglich
kann  auch  der  Kapitalist,  der  die  Produktionsmittel  für  den
ersteren  besitzt,  ihm  dieselben  nicht  verkaufen.  Die  Produktionsmittel, ­
  die  der  zweite  Kapitalist  produzierte,  bleiben  unverkauft,
obgleich  der  erste  Kapitalist  ihrer  bedarf,  denn  er  hat  seinen
Kattun  nicht  verkauft.
Die  angehäuften  Güter  des  Kattunfabrikanten  können  sich  also
im  Verlauf  einer  gewissen  Periode,  bis  der  Markt  die  von  ihm  produzierten ­
  überschüssigen  Produkte  aufgenommen  haben  wird,
auch  nicht  realisieren.  Das  Bedürfnis,  die  den  Markt  überfüllenden ­
  Waren  abzusetzen,  ruft  den  Wettlauf  nach  einem  auswärtigen
            
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