Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

636 
Zweites Buch, Cap. 5. 
in schönen Villen‘ vor der Stadt wohnten. Nur Peel machte 
selbe Weise. Es lässt sich annehmen, dass diese Quelle von 
Krankheiten geeignet sei, aus dem Wege geschafft zu werden, da 
es nicht im Interesse eines Kellerbesitzers legen kann, fortwährend 
kranke Einwohner zu haben. 
Ich bin überzeugt, dass häufig Unheil aus einer Gewohnheit ent- 
steht, die in vielen engen Hinterstrassen herrscht, die Gewölbe der 
Aborte offen zu lassen. Ich habe öfter bemerkt, dass die Fieber 
meistens in solchen Häusern überhand nehmen, die der Ausdünstung 
von Düngerhaufen in solchem Zustand ausgesetzt sind. In einem 
Hause in Bootle Street ist die Mehrzahl der Bewohner gelähmt in 
Folge der Lage des Hauses in einer Sackgasse ohne Licht und 
Luft. In solchen Winkeln sind Schwindsuchtfälle und Blödsinn 
gewöhnlich, 
In Blaketey Street unter Nr. 4 befindet sich eine Reihe von ver- 
mietheten Kellern, welche eine Brutstätte für Krankheiten zu wer- 
den drohen. Sie bestehen aus vier mit einander in Verbindung steh- 
enden Zimmern, von welchen die beiden mittelsten völlig dunkel 
sind; das vierte hat sehr wenig Licht und wird hauptsächlich durch 
die anderen ventilirt. In jedem stehen 4—5 Betten und alle sind 
furchtbar schmutzig. 
Die Logir- Häuser an den äussersten Enden der Stadt erzeugen viele 
Fieberfälle, nicht allein durch Mangel an Reinlichkeit und Luft, son- 
dern dadurch, dass die Betten mit den ekelhaftesten Sachen aufge- 
füllt werden, welche von ihrem ersten Ankauf an niemals nur im 
Geringsten gereinigt werden, bis sie schliesslich unter ihren Insassen 
verfaulen. Aus einer wahren Höhle von Logir-Häusern in Brook’s 
entry, in der Nähe von Long-mill-gate, sind die allerschlimmsten 
Folgen ausgegangen, und ich bitte um Erlaubniss, diesen Ort der 
ernstesten Beachtung des Committee’s anempfehlen zu dürfen. In 
diesen Häusern herrscht und herrschte seit Jahren einsehr gefährliches 
Fieber. Ich weiss, dass einmal zu gleicher Zeit neun Personen am 
Fieber darnieder lagen, und alle zusammen in drei kleine schmu- 
tzige Zimmer gepfercht waren, ohne Wartung irgend eines Freundes 
oder einer Pflegerin. Vier von diesen armen Geschöpfen starben 
lediglich aus Mangel an den gewöhnlichen Dienstleistungen der 
Menschlichkeit und weil ihnen ihre Arzeneien nur nachlässig ge- 
reicht worden waren, In einigen andern Häusern in derselben 
Höhle ist mir bekannt, dass eine ganze Menge von Miethleuten durch 
die Einschleppung eines Fieberkranken der Ansteckung ausgesetzt 
wurden; doch waren sie so verblendet, dass sie nicht zu bewegen 
waren, dieses Haus zu verlassen, bis sie alle selbst von der Krank- 
heit ergriffen waren. Es muss hierbei bemerkt werden, dass die 
3 
EL 
5
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.