Full text: Die Nationalökonomie in Frankreich

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Die gegenwärtige Lage der liberalen Schule 
er die periodischen Erhebungen über den Stand der Landwirt 
schaft aus und gründete das Bulletin de Statistique et de Légis 
lation comparée (erscheint seit 1877). Fesselnd zu lesen ist sein 
Werk über den französischen Nationalwohlstand (La France 
économique, 2. Ausi. 1890). Durch eine sinnreiche Anordnung 
und Farbengebung von graphischen Darstellungen gelingt es 
de Foville, die Fluktuationen und Entwicklungstendenzen 
des Wirtschaftslebens für beliebige Zeitabschnitte in übersicht 
lichen Gesamtüberblicken, unter Vermeidung von Durchschnitts 
berechnungen und in weitgehender, detaillierter Gliederung 
(32 Kategorien wirtschaftlicher und sozialer Erscheinungen) an 
schaulich vorzuführen. Er selbst bezeichnet das Verfahren als 
météorologie sociale. Eine andere statistische Arbeit desselben Ver 
fassers (Le Morcellement, Paris 1885) bringt die Fortschritte der 
Teilung und die vereinzelt auftretende übermäßige Parzellierung 
des Grundeigentums in Frankreich unter dem Einfluß des 
geltenden Erbrechtes zur Darstellung. Das letzte Werk de 
Fo villes : La Monnaie (Paris 1907) ist zur Einführung in das 
Verständnis des Geldwesens, der Münztechnik und der Wäh 
rungsfragen wegen seiner knappen, konkreten, äußerst ansprechen 
den Form hervorragend geeignet. Der didaktische Wert der 
Schriften de Fo villes ist überhaupt hoch zu veranschlagen, 
wie auch sein Vortrag ein seltenes Lehrtalent bekundet. 
René Stourm, Professor der Finanzwissenschaft an der 
Ecole libre des Sciences politiques, bekleidete seit 1863 
verschiedene Ämter in der Finanzverwaltung und ist heute 
Administrator des Ch'édit sonder. Er hat mehrere finanzgeschicht 
liche und finanztechnische Werke, darunter zwei Handbücher, 
veröffentlicht 1 ). Der Vergleich der finanzgeschichtlichen Arbeiten 
Stour ms mit denen Goméis liegt nahe, um so mehr als sie 
dieselbe Periode der französischen Finanzgeschichte behandeln. 
Gomel sammelt polyhistorisch und zergliedert gewissenhaft 
jedes Aktenstück ; er will die Bedeutung der finanziellen Dinge 
0 Von Bene Stourm sind zu nennen: Les Finances de l’ancien régime et 
de la révolution, Origines du système financier actuel, 2 Bde., Paris, 1885. — 
L’Impôt sur l’Alcool dans les principaux pays, Paris, 1886. — Bibliographie 
historique des Finances de la France au XVIII me siècle, Paris, 1900. — Les 
Finances du Consulat, Paris, 1902. — Systèmes généraux d’impôts, Paris, 1. Aufi. 
1893, 2. Aufi. 1905. — Le Budget, Paris, 1889, 5. Aufi. 1906.
	        
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