Full text: Der historische Materialismus

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hältnisse des Kapitalisms und wälzen diese Produktions— 
derhältnisse, d. h. den Privatbesitz, um in der Revolution. 
Die Produktipkräfte schufen den Kapitalismus und die 
Proletarier. Diese geraten miteinander in Kampf. Die 
Proletarier siegen und heben den Kapitalismus und also 
auch sich selbst als Proletarier auf. Und aus diesem Kampfe 
und aus dieser Aufhebung entsteht das Neue: die kommu— 
nistische Gesellschaft. 
Ein Ding, das Kapital, der Privatbesitz, schafft sein 
eigenes Gegenteil, seinen Gegner, seine Negation: den 
Nichtbesitz, das Proletariat. Aus dem Kampfe, aus der 
Vernichtung beider entsteht das Neue. 
Dieser Kampf, den wir in Rußland vor unseren Augen 
sehen und den wir bald sehen werden in der ganzen Welt, 
diese Revolution ist ein sehr deutliches Beispiel der Ent— 
wicklung, die man dialektische Entwicklung nennt-, der Ent— 
wicklung durch Kampf und Vernichtung zweier Gegner. 
Der historische Materialismus ist der geistige Inbe— 
griff dieser Entwicklung 
G. Die Kunst. 
Dieses Gebiet des Geistes können wir nur kurz streifen, 
veil leider der Proletarier dahin noch nicht vordringt. 
Welcher Proletarier kennt, um nur die höchste Poesie zu 
nennen, Homer, Aischylos, Dante, Shakespeare, Milton, 
Shelley wirklich? 
Daß aber hier, gerade hier, unsere Lehre Geltung 
haben muß, mag durch folgende Betrachtung und an einem 
einzigen Beispiel klar werden. 
Kunst ist in Linie oder Farbe oder Tönen bildlich 
dargestelltes Gefühlsleben Für nichts fühlt der 
Mensch mehr als für Menschen. Darum muß sich gleich— 
zeitig auch die Kunst ändern, wenn sich die Verhältnisse 
des Menschen zum Menschen ändern. 
Als Beispiel dafür mag folgendes dienen: 
Das Individuum der bürgerlichen Gesellschaft steht 
allein und wird von Produktion und Produkten beherrscht. 
Das muß in seiner Kunst an den Tag treten; seit der 
griechischen bürgerlichen Kunst aus dem fünften Jahrhun— 
dert vor Christo bis auf heute tr itt das auch an den Tag. 
Das Individuum der sozialistischen Gesellschaft fühlt 
sich eins mit allen, hat Kraft durch alle und beherrscht 
mit allen die Produktion und die Produkte Das 
muß sich einst in seiner Kunst offenbaren; dieses Gefühl 
der Herrschaft, der Freiheit, des Glückes mit a lLLen muß
	        
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