c. Die Marine.
1. Allgemeines.
Die französische Flotte untersteht dem Marineminister. Ihn unterstützt als beratendes und begutach-
tendes Organ der oberste Marinerat, der Conseil Superieur de la Marine, welcher sich aus dem Minister
als Vorsitzendem und sieben Vizeadmiralen zusammensetzt. Neben dem Marineministerium fungiert der
Admiralstab mit vier Bureaus, die nach den Aufgabengebieten in
1. Organisation, einschließlich Fragen des Neubaues und der Küstenverteidigung,
2, Nachrichtenwesen,
3. Operationen, Manöver,
4. Häfen, Stützpunkte, Transport, Bewegungen und Versorgung
eingeteilt sind. Außerdem bestehen noch zehn weitere » Dienste«, von denen die wichtigsten die Direktionen
des Schiffsneubaues und der Schiffsartillerie und der Zentraldienst der Marineluftfahrt sind.
Der Mannschaftsbestand der französischen Marine besteht zum Teile aus ausgehobenen Wehrpflichtigen,
zum Teile aus angeworbenen Freiwilligen. Die Besoldung ist zwar im allgemeinen höher als im Landheere,
aber doch so gering, daß ständig über den mangelnden Nachwuchs an Offizieren und Unteroffizieren und
besonders über die unzureichende Zahl der Freiwilligen Klage geführt wird.
Der Personalbestand betrug 1914 insgesamt 68 518 Offiziere und Mannschaften. Im Etat von 1925
ist folgender Personalbestand der Marine vorgesehen. (in Artikel 241 ff. des Finanzgesetzes):
Offiziere -... 20 a A 23
Mannschaften .......-..00 ++ + 55-000
davon: Unteroffiziere (O/ficiers Mariniers).. . 9 600
Insgesamt .... 59243
Der Mannschaftsbestand ist seit 1923 derselbe geblieben, obgleich die Indienststellung der Neubauten
des ersten Abschnitts des Neubauprogramms allein ein Personal von 5 000 Mann erforderte. Diese Mehr-
anforderung wurde durch Reduzierung der auf dem Lande stationierten Marinetruppen (siehe die folgende
Übersicht) sowie durch Ersparnis in verschiedenen Verwaltungen ohne Erhöhung des Gesamtbestandes er-
möglicht. Dagegen ist für 1926 allein für die Officiers Mariniers eine Erhöhung auf 10 200 vorgesehen,
die vor allem durch den größeren Bedarf an Unteroffizieren für die kleinen Schiffseinheiten bedingt ist.
Von dem Mannschaftsbestande der Etatjahre 1924 und 1925 gehörten
1924 1925
zum Seedienste 1.17... 140440. 38.000 37 500
zum Landdienste ;:.......,+«+1.«Ä+ 15500 11 200
zu fliegenden Formationen ......... 6500 6300
Insgesamt .... 55000 55 000
Für den Schiffsneubau werden für 1925 19650 Handwerker angefordert gegenüber 19885 für 1923.
In dem Kammerberichte der Marinekommission zum Neubauprogramm vom 6, Februar 1923 waren 20 000
vorgesehen, Für den artilleristischen Neubau werden 5000 Handwerker benötigt.
Nach dem britischen »Blaubuche«!), das eine Aufstellung der Flotten der Seemächte enthält. umfaßt
die französische Flotte am 1. Februar 1926 folgende Einheiten?).
im Baubzw. davon noch
im Dienste zum Bau nicht
vorgesehen bewilligt
Linienschiffe‘ „1
KIeUDer A Een En
Flugzeugträger .........0000001 1
Flottillenführerschiffe und Zerstörer. .
Unterseeboote ......--.....+--+++-
Kanonenboote ....:00.00000100 600040
Minenleger ..:....1..000400101 040 -
1) Fleets, The British Empire and Foreign Countries, a. 8. 0.
?) Bei den Angaben des »Blaubuchese für Frankreich, besonders im Vergleich zu Großbritannien, ist zu beachten, daß für Großbritannien
nur das Neubauprogramm bis 1927, für Frankreich dagegen bis 19380 einbezogen ist. Außerdem meint »L6 Tempse vom 16. Mai 1926, daß
bei der finanziellen Lage Großbritanniens mit der tatsächlichen Durchführung des Bauplanes gerechnet werden könnte, während das fran-
zösische Programm noch sehr ungesichert dastehe.
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