thumbs: Die deutschen Hypotheken-Aktien-Banken

Berliner Blätter hatte die Anstalt im ersten Viertel 
jahr 1877 834,öl 1 M rein verdient, und in den ersten vier Monaten 
8,443,7)50 M Hypothekenbriefe neu abgesetzt. 
Als eine, in mehrfacher Beziehung hemerkenswerthc Anstalt 
verdient die Preussische Hypotheken-Aktienbank in Berlin (Spiel 
hagen) hervorgehoben zu werden. Selbige erfreut sich, obgleich 
bereits im Jahre 1864 als eine der ersten preussischon Hypotheken 
hanken gegründet, erst nach ihrer, im Jahre 1872 durch den 
Direktor S p i e 1 h a g e n bewirkten Reorganisation einer befrie 
digenden, oder vielmehr einer ausserordentlich guten Rentabilität. 
Für ihre früheren, dürftigen Ertragsverhältnisse (d'/z—5 pCt.) wird, 
ausser dem ]\langel einer tüchtigen, fachmännischen Leitung, die 
Engherzigkeit der Konzessions-Bedingungen verantwortlich gemacht. 
Die, seit 1872 in Kraft stehenden Normativ-Bestimmungen für 
preussischc Hypothekenbanken, und die, diesen gemäss im Jahre 1873 
mit regierungsseitiger Genehmigung vollzogene Statutenänderung hat 
den Spielraum der Bankthätigkeit erweitert und Letztere erleichtert, so 
dass seitdem das bereits ganz eingestellt gewesene Hypotheken 
geschäft einen grossen und anhaltenden Aufschwung nehmen konnte. 
Abgesehen von dieser eigenartigen Entwicklung des Instituts, ist 
dasselbe auch insofern interessant, als es nahezu seine Gesammt- 
thätigkeit auf die Befriedigung von Realkredit-Bedürfnissen in Berlin 
verwendet. Mit Rücksicht auf die, von Zeit zu Zeit immer wieder 
aufgetauchten Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Berliner 
Hypotheken-Verhältnisse, an denen doch das Gros der deutschen 
Hypothekenbanken mehr oder weniger betheiligt ist, und ferner 
zur genaueren Kennzeichnung der Geschäftslage des oben namentlich 
erwähnten Instituts selbst, lassen wir den betreffenden Passus seines 
Geschäftsberichts pro 1876 hier wörtlich folgen: 
„l>a die Itelcilningsgreiize für lündliclicn Grundbesitz für uns so niedrig 
normirt ist, dass wir über die Iteleibungsholie der Landschaften mit unseren 
Larlelien nicht liinausgehen, wir also mit diesen nicht konkurriren können, 
so erreicht die Gesanimtsuminc unserer ländlichen Beleihungen auch kaum 
^¡4 Prozent unserer gesaminten Darlehen; unser Interesse verweist uns deshalb 
in der Hauptsache auf die Beobachtung der Verhältnisse des grossstädtischen 
Grundbesitzes, — in kleineren Orten gewähren wir Darlehen überhaupt nicht, — 
und vor Allem auf diejenige des Realkredits in Berlin. 
Der durchschnittliche Miethsertrag der hiesigen Grundstücke hat sich 
nach den offiziellen Mittheilungen des Magistrats stetig gehoben. Nach Ah- 
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