Full text: Der historische Materialismus

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über,“) und die Ursache aller sind die drei großen Irr— 
tümer der Menschen: der Glaube an die Persönlichkeit der 
Dinge, an den Dualismus des Menschen, und an die Un— 
sterblichkeit. 
Daß der Wilde einen Stein, und daß Kant die Quelle 
des kategorischen Imperativs für göttlich hält, kommt nur 
aus den verschiedenen Produktionsberhältnissen, in welchen 
beide leben, hervor 
Und zweifellos wurde der Gottesdienst, auch schon bei 
den Wilden wie bei den Späteren, von den Mächligen als 
Mittel zur Unterwerfung und Unterdrückung der Schwä— 
cheren gebraucht. Häuptlinge, Medizinmeister und Zaube— 
rer haben damals gewiß schon so gehandelt wie später 
Kirche und Staat. 
Die Religion ist von Anfang an gewiß nicht nur der 
Ausdruck der Unwissenheit und doer Machtlosigkeit, sondern 
auch das Mittel zur Macht über andere Menschen gewesen. 
Aber doch ist es gut jene Art der Religion, in welcher 
Gegenstände, Pflanzen oder Tiere verehrt wurden, zwecks 
der Klarheit der Untersuchung von derjenigen, in welchen 
die Götter menschliche Geftalt hatten, zu unterscheiden. 
Die ersten, oder besser die sehr rühen Gotteren enge⸗ 
ren Sinne, Götter in menschlicher Gestalt, scheinen nach den 
neuesten Untersuchungen (u. gq. von Cunobo) die Geister der 
Bestorbenen, der Ahuen, der Haupter bder Gründer de 
Stämme gewesen zu sein: auch Gegenstände, Pflanzen 
oder Tiere, die das Zeichen des Slamumes waren, und in 
deren Gestalt der ursprüngliche Ahnherr erschienen war 
Solange die Technik noch nicht oder mu wenig der 
Naturkräfte Meister war, die Natur dagegen den Meuschen 
fast völlig beherrschte, als er noch hauptsächlich dasjenige 
als Werkzeug benutzen mußte, was er in der Nat bo 
fand, und nür wenge Werkzeuge selbst anfertigen konnte, 
solange er also gang oder zum allergrößten Teile von der 
Natur abhängig war, war der Stamm, der Verbanb un 
den Stammgenossen Hauptsache, das höchfte und wichtigste 
für den Menschen. Er also schuf sich seinen Gott 
In dem Maße aber, wie die Verarbeitung der Stoffe 
mmer mehr zunimmt, die Werkzeuge sich mehren, die Ar— 
beit in der Natur wächst und sich verbreitet, verschwindet 
die Verehrung der Ahnen als solche allmaͤhlich manb 
Etwas von dieser Religion haben auch die Tiexe. Sie fürch— 
len zum Beispiel Schatten und ungewöhnliche Erscheinungen, sie 
meiden Stellen, wo ihnen ein Ungluͤck pasfftert ist, und teilen also 
Gegenständen eine Mächt zu, die diefe nicht haben. Sie sind, wie 
die religibsen Menschen, aberglaäubisch
	        
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