Contents : Fortschritt und Armut

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Die  Gesetze  der  Verteilung.

Buch  III.

dem  Kapital  und  der  Arbeiterzahl  abhingen.  Es  gibt  indes  gewisse
Arten  des  Lohns  für  Arbeit,  auf  die  diese  Theorie  augenscheinlich  nicht
Paßt;  und  so  pflegt  man  den  Ausdruck  Lohn  auf  den  im  engeren,  gewöhnlichen ­
  Sinne  so  genannten  Lohn  einzuschränken.  Daher  würde,
wenn  der  Ausdruck  Zinsen  (wie  es  nach  ihren  Definitionen  geschehen
müßte)  nur  gebraucht  worden  wäre,  um  den  dritten  Anteil  an  der  Güterverteilung ­
  zu  bezeichnen,  offenbar  aller  Lohn  für  persönliche  Arbeit,
außer  demjenigen  der  sogenannten  Lohnarbeiter,  leer  ausgegangen
sein.  Wenn  man  dagegen  die  Güterverteilung  nicht  unter  Rente,  Lohn
und  Zins,  sondern  unter  Rente,  Lohn  und  Gewinn  vor  sich  gehen  läßt,
so  vermeidet  man  diesen  Abelstand,  da  man  allen  nicht  unter  das  vorher
angenommene  Lohngesetz  fallenden  Lohn  unter  den  engen  Begriff
des  Gewinnes,  als  Lohn  für  Aufsicht  oder  Leitung,  werfen  kann.
Liest  man  sorgfältig,  was  die  Nationalökonomen  über  die  Güterverteilung ­
  sagen,  so  ersieht  man,  daß,  trotz  ihrer  korrekten  Definition
desselben,  der  Ausdruck  Lohn  in  dem  von  ihnen  in  dieser  Verbindung
gebrauchten  Sinne  ein  „unverteilter  Ausdruck"  ist,  wie  die  Logiker  sagen
würden;  es  werden  damit  nicht  alle  Löhne,  sondern  nur  einige  gemeint,
nämlich  die  von  einem  Arbeitgeber  für  bsandarbeit  bezahlten  Löhne.
So  wirft  man  die  anderen  Löhne  mit  dem  Ertrage  des  Kapitals  zusammen ­
  und  schließt  sie  in  den  Ausdruck  Gewinn  ein,  wodurch  jede
klare  Unterscheidung  zwischen  dem  eigentlichen  Kapitalerträge  und  dem
Ertrage  aus  menschlicher  Anstrengung  unmöglich  wird.  Tatsache  ist,
daß  die  herrschende  Nationalökonomie  keine  irgendwie  klare  und  haltbare
Erklärung  der  Güterverteilung  gibt.  Das  Rentengesetz  ist  klar  hingestellt,
aber  es  steht  ohne  Zusammenhang  da.  Das  Übrige  ist  ein  konfuser  und
zusammenhangsloser  Wirrwarr.
Diese  Gedankenverwirrung  und  dieser  Mangel  an  Folgerichtigkeit
wsrd  schon  durch  die  gewählte  Einrichtung  dieser  Werke  bewiesen.  Soviel ­
  ich  weiß,  sind  in  keinem  nationalökonomischen  Werke  diese  Gesetze
der  Verteilung  so  zusammengestellt,  daß  der  Leser  sie  mit  einem  Blicke
zu  übersehen  und  ihre  Beziehungen  zueinander  zu  erkennen  vermag,
sondern  das  über  jedes  einzelne  Gesagte  findet  sich  in  einer  Masse  von
politischen  und  moralischen  Reflexionen  und  Abhandlungen  eingehüllt.
Der  Grund  braucht  nicht  weiter  gesucht  zu  werden.  Stellte  man  die
drei  Gesetze  der  Verteilung,  wie  sie  jetzt  gelehrt  werden,  nebeneinander,
so  würde  sich  auf  den  ersten  Blick  ergeben,  daß  ihnen  die  notwendige
Verbindung  fehlt.
Die  Gesetze  der  Güterverteilung  sind  offenbar  Gesetze  des  Maßes,
und  müssen  in  einem  derartigen  Verhältnisse  zueinander  stehen,  daß,
sobald  zwei  davon  gegeben  sind,  das  dritte  daraus  gefolgert  werden
kann.  Denn  wenn  man  sagt,  daß  einer  der  drei  Teile  eines  Ganzen
größer  oder  kleiner  geworden  ist,  so  heißt  das,  daß  der  eine  der  anderen
beiden  Teile,  oder  auch  beide,  entsprechend  kleiner  oder  größer  geworden
sind.  Wenn  Thomas,  Richard  und  Heinrich  Teilhaber  eines  Geschäfts
            
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