fullscreen: Theoretische Sozialökonomie

8 5. Die stationäre Wirtschaft. J 
dadurch unverändert erhalten, daß jedes Jahr ein neues Haus gebaut 
und ein altes abgebrochen wird. Die übrigen Häuser des Vorrats rücken 
im Laufe des Jahres ein Jahr vorwärts in ihrer Lebenszeit, durch den 
Neubau wird aber erreicht, daß der ganze Vorrat am Ende des Jahres 
genau dieselbe und in derselben Weise abgestufte Abnutzung wie am 
Anfang des Jahres zeigt. Wenn wir eine stationäre Wirtschaft von hin- 
reichend großem Umfang betrachten, kann offenbar der ganze Vorrat an 
dauerhaften Gütern in dieser Weise durch Unterhaltung und Neuproduk- 
tion, mit einem Wort durch den fortlaufenden Produktionsprozeß, in 
einer praktisch genommen unveränderten Zusammensetzung erhalten 
werden. Man nennt diesen Prozeß, durch welchen das feste Real- 
kapital der stationären Wirtschaft unverändert erhalten wird, den Re- 
produktions- oder Umsatzprozeß des festen Realkapitals, 
Kehren wir nun unsere Aufmerksamkeit auf die Verbrauchsgüter, 
so haben wir zunächst festzustellen, welche von diesen sich im Produk- 
tionsprozeß befinden. Das sind erstens alle Materialien, die als aus der 
Natur geholte Rohstoffe in den Produktionsprozeß eintreten, um dann 
nach einer Reihe von Umwandlungen schließlich als Bestandteile der 
dauerhaften Güter oder der eigentlichen Verbrauchsgüter aus dem Pro- 
duktionsprozeß auszuscheiden. Die eigentlichen Verbrauchsgüter ver- 
lassen den Produktionsprozeß, da sie verbraucht werden, also da sie ent- 
weder wie Dampfkohle und Maschinenöl im Produktionsprozeß selbst 
oder wie Brot in der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung Verwendung 
finden. Wenn nun die Produktion immer in denselben Bahnen fort- 
gesetzt wird und sich selbst in denselben Formen beständig wiederholt, 
wird dieser ganze Vorrat von materiellen Gütern in der stationären Wirt- 
schaft unverändert erhalten. Eisenmaterial wird z. B. für verschiedene 
Zwecke täglich in einer gewissen Menge verbraucht, dafür wird aber 
auch täglich eine entsprechende Menge Eisenerz zutage gefördert und 
das Material, das sich auf dem zwischenliegenden Stadium befindet, 
einen Schritt vorwärts im Veredlungsprozeß geführt, wodurch das ge- 
samte Material in diesem Produktionszweig nach Menge und Zusammen- 
setzung unverändert erhalten wird. Jeden Tag gehen auch reife Ver- 
brauchsgüter aus dem Produktionsprozeß in die Konsumtion über oder 
werden im Produktionsprozeß selbst definitiv verbraucht, gleichzeitig 
rückt aber die ganze Menge von Zwischenprodukten einen Schritt vor- 
wärts, und es wird mit neuen Produktionsreihen begonnen, alles mit 
dem Ergebnis, daß die im Produktionsprozeß vorhandene Menge von 
Zwischenprodukten sich unverändert bewahrt und täglich wieder die- 
selben Mengen von Verbrauchsgütern der Produktion oder Konsumtion 
zur Verfügung stehen. 
Das Endergebnis ist also, daß die Gesamtmasse der im Produk- 
tionsprozeß befindlichen Materialien, Halbfabrikate und Produkte in allen 
Stadien sowie auch die Gesamtmasse der der Produktion selbst dienen- 
2
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.