thumbs: Kameralwissenschaften und vergleichende Betriebswirtschaftslehre

53 
Erwägung treten lassen, eine Einschränkung des Zuckerrübenbaues 
augenblicklich vorzunehmen. Ich bitte aber, doch auch diese andere 
Seite nicht außer achr zu lassen, daß gerade die Nährstosfe sowohl sur 
die Menschen wie für das Vieh in größerer Masse durch kein anderes 
Mittel hervorgebracht werden können als durch die Zuckerrübe, ^ch 
verweise auf die Zuckerrübenblätter, die das beste Vichsutter sind, ich 
verweise aus die Schnitzel, ich verweise aber insbesondere gerade 
darauf, daß Zucker sich als ein besonders wertvolles Nahrungsmittel 
für Menschen und auch für das Vieh herausgestellt hat. . . ." 
Fuhrmann, Abgeordneter (n a t. - l i b.): „. . . Wie 
der Herr Vorredner bedaure auch ich, daß eine gewisse Ein 
schränkung des Zuckerrübenbaues sich als notwendig 
herausgestellt hat, da die Tatsache unbestreitbar ist, daß für die 
Flächeneinheit keine andere Frucht mehr Nährstoffe für Mensch und 
Tier produziert als die Zuckerrübe. Wir werden ja nun den Tat 
sachen und ihrem Zwange zu folgen haben und darauf sehen müssen, 
daß das Quantum an Zuckerrüben, welches wir noch produzieren 
können, in nutzbringendster Weise für uns verwertet wird, sei es für 
menschliche, sei es für tierische Nahrung. Und wenn die Z u s e tz u n g 
vonZuckerbeiderBrotbereitung einmal in Frage kommen 
sollte, dann würde ich den Herrn Landwirtschaftsminister bitten, nach 
Mitteln und Wegen zu suchen, um die Milderung, die in der hohen 
Zuckersteuer für diese Maßregel liegt, nach Möglichkeit zu beseitigen. 
Ich weiß, daß es sehr schwer werden wird. Beim Viehfutter haben 
wir das einfache Mittel, daß wir durch Denaturierung, durch Bei 
mengungen den Zucker für menschlichen Gebrauch ungenießbar 
machen; es wird sich schwer ein Weg finden, um den Bäckern den 
Zucker zuzustellen, ohne daß ein Mißbrauch entsteht und doch ein 
niedriger Preis des Zuckers für den Zusatz zur Brotbereitung in . 
Frage kommt. . . ." 
vr.v. Woyna, Abgeordneter (freikons.); „...Wegen 
be§ Kornbedarfs unseres Volkes ist der Vorschlag ge 
macht worden, den Zuckerrübenanbau einzuschränken. Meine 
politischen Freunde sind mit dieser Einschränkung bis zu einem 
gewissen Grade einverstanden. Wir meinen, daß der Satz von 2b % 
angemessen ist; es wird den Rübenwirtschaften nicht schädlich sein, 
wenn 25 % des Areals, das bisher mit Rüben bestellt war, einmal ein 
Jahr lang Ruhe haben werden. Schon jetzt gehen wir in Hannover 
und Sachsen einer sehr bedenklichen Rübenmüdigkeit des Bodens 
entgegen. . . 
vr. Frhr. v. Schorlemer, Landwirtschafts- 
minister: „. . . Uber den Zuckerrübenbau habe ich bereits
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.