steht, im Frühjahr mit dem Bau des neuen Universitäts-
gebäudes zu beginnen.
Außer der Raumnot drückt uns leider noch eine andere
Not schwer; dies ist die Büchernot. Als Universitäts-
bibliothek dient die Stadtbibliothek. Da diese bis zur Neu-
begründung der Universität in erster Linie den Bedürfnissen
der allgemeinen Bildung und nicht denjenigen der wissen-
schaftlichen Forschung zu entsprechen hatte, so ist es be-
greiflich, daß die Bücherbestände in letzterer Hinsicht große
Lücken aufweisen. Während die Wirtschafts- und Sozial-
wissenschaftliche Fakultät in der Bibliothek der früheren
Handels-Hochschule erfreulicherweise ein ausgezeichnetes
Werkzeug für ihre wissenschaftlichen Arbeiten besitzt, für
die Medizinische Fakultät die bibliothekarischen Verhält-
nisse immerhin als annehmbar bezeichnet werden können,
sind sie für die Juristische Fakultät und für eine Reihe
von Disziplinen der Philosophischen Fakultät einfach kläg-
liche. Um diesem für unsere Universität unwürdigen und
ihren geistigen Wettbewerb mit anderen Hochschulen
außerordentlich erschwerenden Zustand Abhilfe zu schaffen,
hat der Senat im verflossenen Winter-Semester ein genaues
Gutachten ausarbeiten lassen und dieses mit dem Antrag,
hier wenigstens soweit einzugreifen, daß der Anfang zu
einigermaßen erträglichen Verhältnissen geschaffen wird,
dem Kuratorium überreicht. Möchte auch hier aus dem
Dunkel der schwierigen finanziellen Lage in nicht allzu fer-
ner Zeit das Morgenrot der Aussicht einer Besserung der
Verhältnisse emporsteigen können.
Was die Entwicklung der Kölner Universität im ver-
flossenen Jahr betrifft, so kann gesagt werden, daß sie
auch in diesem Zeitabschnitt kraftvoll vorwärts geschritten
ist. Die Zahl der Lehrstühle und damit diejenige der Lehr-
kräfte hat sich vermehrt.
Auf den neuerrichteten Lehrstuhl für Alte Geschichte
wurde Professor Dr. Johannes Hasebroek aus Zürich
berufen, auf den neubegründeten Lehrstuhl für technische
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