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Lausanne, 63900 Einwohner, die Hauptstadt
des 317500 Seelen zählenden protestantischen Kantons,
breitet in herrlicher Lage über dein See am Abhang des
Jorat seine Billenquartiere um die eng gebaute, vom
Munster beherrschte Altstadt aus. Der hügelige Boden
erforderte zur bequemen Verbindung der hoher gelegenen
Stadtteile den Bau von Brücken über die Talmulden
hinweg. Auf der Hügelterrasse des Montbenon steht
der Palast des schweizerischen Bundesgerichtes. Durch
die Universität, die übrigen Schulanstalten und die wie
nirgends sonst so zahlreichen Welschlandinstitute übt Lau
sanne eine starke Anziehung aus. Dank seiner reizvollen
Umgebung ist es ein Hauptplatz des Fremdenverkehrs.
Hier laufen wie in einem Brennpunkt die wichtigen Bahn
linien aus Frankreich und aus dem schweizerischen Mittel
land zusammen, um durch das Rhonetal den Simplon
zu erreichen. Seewärts ist die Stadt nahezu verwachsen
mit dem Uferort Ouchy, der quer über den See zum
savoyischen Badeort Evian eine Dampfschiffverbindung
unterhält. Seeabwärts werden die hinter dem Ufer
streifen aufsteigenden Höhen allmählich flacher; hier zieht
sich in geschützter Lage das durch vorzügliche Weine be
rühmte Rebgelände von La Cöte hin. Uber den Wein
bergen erscheint hier nahe dem Städtchen Aubonne
das „Signal de Bougy", von dem aus der Blick die
gesamte Fläche des Sees umfaßt. Am nahen Jurafuß
stehen Gimel und der Artilleriewasfenplatz Biere
durch die Bergstraße von Marcheiruz in Verbindung
mit dem Jouxtal. Am Seeufer folgen sich die alter
tümlichen Städtchen Morges, Rolle, Nyon und
Coppet. Von Nyon steigt in vielen Kehren eine
Straße zum aufblühenden Kurort St. Cergues hin
auf und führt durch die Einsattelung zwischen der Dole
und dem Noirmont nach Frankreich.
In der Uferlandschaft La Vaux oberhalb Lausanne
unterbrechen kleine, auf dem kostbaren Boden eng ge
drängte Weinbaustädtchen und -dörfer die von weiß
Lausanne
La C6tc
La Vaux