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kann die Entwicklung mindestens stark zurückhalten. Deshalb
gibt es dort eine Versicherung gegen Frostschäden.
B. Niederschläge, Licht und Wind. Die Kultur des Wasser-
reises wird, wie sein Name schon sagt, mit Bewässerung be-
trieben. Atmosphärische Niederschläge und Luftfeuchtigkeit
sind deshalb für ihn nicht von ausschlaggebender Bedeutung,
wie die ausgedehnten subtropischen Reisgebiete beweisen. In
Kalifornien, Sindh und Ägypten dürfte die relative Luftfeuchtig-
keit am Tage während langer Zeit des Jahres unter 40% betragen.
Gut bewässertem Reis ist trockene Witterung sogar dienlicher
als reichliche Niederschläge, die stets mit bewölktem Himmel
verknüpft sind.
Das Licht aber ist von höchster Bedeutung für das Gedeihen
des Reises. Längere Zeit dauerndes dunkles Wetter, Unkräuter,
die ihn überwuchern, Baumschatten kann den Erfolg der Kultur
in Frage stellen.
Sobald der Reis in Rispen steht, leidet er durch Regen be-
sonders stark, noch mehr durch heftige Winde, die, mit jenem
vereint, zum Lagern der Halme führen und bei den Varietäten,
die zum Abwerfen der reifen Früchte neigen, den Verlust noch
vergrößern.
Ohne künstliche Bewässerung, nur vom Regenfall abhängig,
kann der Reis allerdings nur in wenigen Ländern der Erde ge-
deihen. Eine Niederschlagshöhe von mindestens 360 mm ist
dann erforderlich, dazu geringe Verdunstung, die aber wie-
der den Ertrag herabmindert. Auf den Philippinen hat man näm-
lich die Erfahrung gemacht, daß die Entwicklung und der Ertrag
des Reises parallel gehen dem Maße des durch ihn verdunsteten
Wassers. Die Verdunstung wird beeinflußt durch Temperatur,
Luftfeuchtigkeit, Wind, Licht und andere klimatische Faktoren
(103).
Bedeutend anspruchsloser ist der trocken kultivierte Reis,
wenngleich auch er noch ein größeres Wasserbedürfnis hat als
die meisten anderen Getreidearten. Außerdem ist für ihn die
Verteilung des Regens besonders wichtig. Daher die Mißernten
und in ihrem Gefolge die Hungersnöte im Trockenreis bauenden