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Drittes Kapitel.
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fremden Geldes sind von den einheimischen Gewichtsnamen ver-
schieden. 2. Mit der Entwicklung des Reichtums wird das minder
Sdle Metall durch das edliere aus der Funktion des Wertmaßes ver-
drängt, Kupfer durch Silber, Silber durch Gold, so sehr diese Reihen-
folge aller poetischen Chronologie widersprechen mag.” Pfund war
dun zum Beispiel Geldname für ein wirkliches Pfund Silber. So-
bald Gold das Silber als Wertmaß verdrängt, hängt sich derselbe
Name vielleicht an 1, usw. Pfund Gold, je nach dem Wert-
verhältnis von Gold und Silber, Pfund als Geldname und als ge-
Wöhnlicher Gewichtsname des Goldes sind jetzt getrennt.” 3. Die
Jahrhunderte fortgesetzte Geldfälschung der Fürsten, welche vom
ursprünglichen Gewicht der Geldmünzen in der Tat nur den Namen
ZUrückließ.s8
Diese historischen Prozesse machen die Trennung des Geld-
üamens der Metallgewichte von ihrem gewöhnlichen Gewichtsnamen
zur Volksgewohnheit. Da der Geldmaßstab einerseits rein kon-
ventionell ist, anderseits allgemeiner Gültigkeit bedarf, wird er
letzt gesetzlich reguliert. Ein bestimmter Gewichtsteil des edlen
Metalles, zum Beispiel 1 Unze Gold, wird offiziell abgeteilt in
aliquote Teile, die legale Taufnamen erhalten, wie Pfund, Taler usw.
Solcher aliquote Teil, der dann als die eigentliche Maßeinheit des
Geldes gilt, wird untergeteilt in andere aliquote Teile mit gesetz-
lichen Taufnamen wie Shilling, Penny usw.” Nach wie vor bleiben
bestimmte Metallgewichte Maßstab des Metallgeldes. Was sich
Seändert, ist Einteilung und Namengebung.
., Die Preise, oder die Goldquanta, worin die Werte der Waren
ideell verwandelt sind, werden jetzt also ausgedrückt in den Geld-
lamen oder gesetzlich gültigen Rechennamen des Geldmaßstabes.
Statt also zu sagen, der Quarter Weizen ist gleich einer Unze Gold,
Würde man in England sagen, er ist gleich 3 Pfd. Sterl. 17 Shilling
56 Sie ist übrigens auch nicht von allgemein historischer Gültigkeit.
‚, 7 Note zur 2. Ausgabe. „Jene Geldsorten, deren Benennung nur noch
ideell ist, sind bei allen Völkern die ältesten. Jede war einmal realer
Natur (Diese letztere Bemerkung trifft ziemlich häufig nicht zu. Marx) und
&trade weil sie realer Natur waren, dienten sie als Rechengeld.“ (Galiuni,
„»Della Moneta“, p. 153.) [In den früheren deutschen Ausgaben des „Kapi-
41“ sind die Noten 57 und 58 vertauscht. K.]
5 Note zur 2. Ausgabe. So bezeichnet das englische Pfund weniger
NN "a seines ursprünglichen Gewichts, das schottische Pfund vor der
ion nur noch !/se, der französische Livre !/z1, der spanische Maravedi
Weniger als */ı000, der portugiesische Rei eine noch viel kleinere Proportion.
5® Note zur 2. Ausgabe. Herr David Urquhart bemerkt in seinen
‚Bamiliar Words“ über das Ungeheuerliche (!), daß heutzutage ein Pfund
N Id, Sterling), die Einheit des englischen Geldmaßstabs, gleich ungefähr
u nze Gold ist: „Das heißt ein Maß fälschen, nicht einen Maßstab
üb Stellen.“ Er findet in dieser „falschen Benennung“ des Goldgewichts wie
Srall sonst die fälschende Hand der Zivilisation.