ähnliche Funktionäre, Zwischen diesen höheren Beam-
ten und Funktionären mit Unternehmereigenschaft einer-
seits und der eigentlichen Arbeitnehmerschaft, also den
Angestellten und Arbeitern, andererseits bildet sich natur-
gemäß hinsichtlich, der Einkommenslage ein immer schä r-
ferer Gegensatz heraus, so daß man versucht ist,
zwischen allzu beamtenfreundlichen Gewerkschaften und
den „Gelben“ Parallelen zu ziehen. Geht die Entwick-
lung weiter in der Richtung des Staatskapitalismus, dann
tritt an die Stelle der Einzelunternehmer
immer mehr eine viel größere Anzahl von
Beamten-Unternehmern und Unternehmer-
Beamten. Der Einzelunternehmer behält zwar einen
großen Teil. des Wirtschaftseinkommens {für sich, aber
immerhin: für ein gewisses Risiko und für eine produktive
Leistung, Er ist außerdem mit dem Zwange behaftet, den
größeren ‚Teil dieses Einkommens, das er ja nicht‘ ganz
verzehren kann, als Kapital der Volkswirtschaft wieder
zur Verfügung zu stellen. Dagegen geht im Staats-
kapitalismus ein vermutlich noch viel größerer: Teil
des wirtschaftlichen Frtragyes an
eine vielköpfige Bürokratie, die: von
10 bis 5 Uhr bei reichlichen Mittagspausen tätig ist,
und zwar Unternehmerireuden genießt. aber keine
Unternehmersorgen kennt:
in den Kapitalmarkt aber fließt von diesen Einkommen
nicht einmal etwas zurück, Mit dem Staatskaritalismus
tauscht die Arbeitnehmerschaft also etwas ein, was für
sie noch weit unerwünschter ist als der Individualkapita-
lismus alten Stils.
Es ist heute offenbar eine Aufgabe gerade der christ-
lichen Gewerkschaften, sich für den Abbau des
Staatskapitalismus und die Wiederherstellung des
freien Wettbewerbes einzusetzen, Die Sozialisten können
diesen Kampf nicht führen, weil dadurch aller Welt offen-
bar würde, daß sie Jahrzehnte hindurch eine langweilige
und unfruchtbare Lehre verkündet und eine Zukunft prophe-
zeit haben, an die kein vernünftiger Mensch glauben kann.
Die christlichen Gewerkschaften sind dagegen nicht durch
eine, solche .doktrinäre‘ und der menschlichen Pe =
Sönlichkeit widersprechende Ideologie ge-
hemmt. Sie können und müssen gegen die Staatsallmacht
und gegen die Unterstützung eines jeglichen Mononolismus
durch diese Staatsallmacht auftreten“
Jeder Versuch, theoretisch noch so obiektiv bestimmen
zu. wöllen; wo.die Grenzen zwischen öffentlicher und priva-
ter. Wirtschaft . liegen, ist. von vornherein zum Scheitern
verürteilt, da es,nicht möglich ist, eine. praktisch anwend-
bare Formulierung. zu finden, vor‘ allen Dingen aber, wie
schon gesagt; weil auch die Instanz fehlt, welche die strikte
Beobachtung einer solchen Grenze garantieren könnte.
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