Full text: Finanzwissenschaft

134 
3. Buch. Die Staatsausgaben. 
nicht herbeigeführt. Damit soll natürlich die suggestive Macht der 
ersten Siege nicht geleugnet werden. 
Das Heeresbudget Österreich-Ungarns gestaltete sich im Jahre 
1913 wie folgt: 
Gemeinsames Heer 439,7 Millionen Kronen 
Flotte 74,7 „ „ 
Durchführung des Flottenprogramms 67,6 „ „ 
Insgesamt 582,0 Millionen Kronen 
Ungarische Landwehr 87,5 „ „ 
Österreichische Landwehr 75,9 „ „ 
Insgesamt 745,5 Millionen Kronen. 
Von dem gesamten Ausgabebudget der gemeinsamen Verwal 
tung, sowie von dem Österreichs und Ungarns betragen die hier 
dargestellten Angaben für das gemeinsame Heer und Flotte und 
für beide Landesheere etwa 13,5 Prozent, ein nur mäßiges Pro 
zentuale. 
In Frankreich hingegen belief sich die Verhältniszahl auf 
33,7 Prozent im Jahre 1913, in Rußland 24,4 Prozent usw. 
Was speziell die Kosten für die Kriegsflotte betrifft, so ge 
nügt es, die kolossale Steigerung im Budget des Deutschen Reichs 
vor Augen zu halten, um die Entwicklung vor Augen zu haben: 
1896: 92 Millionen Mark 
1910: 442,1 
Es ist heute lehrreich, auf den Standpunkt früherer Zeiten 
zurückzublicken. Mit welcher Energie bekämpft Bergius J ) die 
Schaffung einer Kriegsflotte, die er geradezu für eine Gefahr er 
achtete. Ausführlich werden die Worte eines Fachmannes zitiert, 
der unter anderen folgendes sagt: „Es unterliegt für mich gar 
keinem Zweifel, daß der großartige Aufschwung, den die Han 
seatische Rhederei in den letzten zwanzig Jahren genommen hat, 
nicht sowohl trotz des Mangels einer Deutschen Kriegsflotte, 
sondern eben wegen desselben möglich gewesen ist.... Weil wir 
Deutschen keine große Kriegsflotte hatten, welche die besten 
Kräfte der Handelsflotte entziehen konnte, so kam die Intelligenz 
und Tüchtigkeit aller unserer jungen Angehörigen, die sich der 
Schiffahrt widmeten, unserer Handelsmarine zugute, und weil sie 
wußten, daß sie sich im Auslande nicht auf den Schutz einer 
großen Flotte verlassen konnten, mußten unsere jungen Seeleute, 
*) Finanzwissenschaft (Berlin 1871). 8. 39 ff.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.