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als alle anderen das höchste Ziel, das dann allen Menschen
vor Augen steht, zu erreichen: die Wohlfahrt, das Wachs—
tum, das Blühen des Gemeinwesens.
Dieser Kampf entsteht dann, in der ausgewachsenen
kommunistischen Gesellschaff, — und daß er entstehen und
immer größer werde, dafür sorgt ein sozialer
Trieb deryhrgen—
Dieser war auch im primitiven Kommunismus des
Stammes, aber damals natürlich auf andere Weise, der
mächtigste soziale Trieb.
Dieser Kampf ist es, der dann die total geänderte
Uneigennuß gre ebe zu denmVaächsten,
Anfsopsferung, Treueund Wahrhesebe
für das Gemeinwesen immer größer machen wird.
Und dieser Kampf, der Trieb, nun in diesen Tugenden
der Erste zu sein, wird dann auch die eigene Bewe—
gung des rpers das Ertenninisrper—
mbgen, das allgemeine Denken immer mäch—
tiger machen, so wie er auch den Selbsterhaltungs—
triebunddenGeschlechtstrieb immer kräftiger
und edler machen wird.
Und hier wird eine Wechselwirkung bestehen. Die
großen Tugenden werden alle diese natürlichen Kräfte und
Triebe staͤrken, und umgekehrt wieder diese Triebe und
Kräfte jene Tugenden.
Der Kampf, aber ein ganz anderer, wird also auch
dann die Quelle der Bewegung und der Entwicklung sein.
Aber die Sitten und die Triebe und Kräfte werden auch
dann fortwaͤhrend Inhalt und Form wechseln.
Einwendung
Wir erwahnten schon, mit welcher Wut die Gegner
der Sozialdemökratie über den Ausspruch von Henuriette
Roland Holst herfielen, daß die Begriffe Gut und Böse
Baumchen wehseln“ Unsete Genossin meinte damit, daß
Ihnlich vie die Kinder bei dem Spiele Verwechselt das
Baͤumchen“ hren Plaß wechseln, so auch in der Geschichte
die Begriffe Gut und Boͤse nicht immer bei denselben
Taten siehen, und daß „gut“ sich heute bei diesem Baum
findet, wo früher böse“ stand
daß dieser Ausspruch zutrifft, haben wir jetzt an viel⸗
umfassenden Beispielen bewie sen Die neuen Frauen—
ugenden, die neuen Arbeitertugenden, die Vaterlands—
lebe, die internationale Gesinnung, sie ändern sich: was
qut war, wird schlecht, und umgekehrt