Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

tionen haben ihn auf die Spitze dieser Pyramide er- 
hoben. Alle die größeren Unternehmungen seiner 
Laufbahn zeigen eine Art finanzieller Staatskunst, die 
einen mehr oder weniger dauernden und sicheren Ge- 
winn für alle Teilhaber dieser Unternehmungen er- 
strebte. Seine Methode war, da die Männer, mit 
denen er zu tun hatte, schwer als Gleichberechtigte 
zu behandeln, aber leicht unter Zwang zu halten 
waren, stets und überall den Befehl zu übernehmen. 
Kraft seines starken Charakters und seines über- 
ragenden Wollens lenkte er alles in die von ihm vor- 
gezeichneten Bahnen. 
Es ist bereits über einige seiner Eisenbahnreorgani- 
sationen berichtet worden, aber die schwierigste, die 
auch die auseinanderstrebendsten Interessen schließ- 
lich unter der Führerschaft eines Mannes zusammen- 
faßte, soll in diesem Kapitel beschrieben werden. Das 
nächste Kapitel wird dann den Unternehmungen ge- 
widmet sein, die auf den Aufbau der United States 
Steel Corporation folgten und sich teilweise als Fehl- 
schläge erwiesen: dem Schiffahrtstrust, dem Ernte- 
maschinentrust, dem Zusammenbruch der Stammaktien 
des Stahltrusts und dem Schiffbaufiasko. Sie waren 
die Ursache, daß die Öffentlichkeit, nachdem sie um 
1901 zu Morgan wie zu einem Helden aufgesehen 
hatte, ihn mit den Flüchen der Enttäuschten über- 
häufte. 
Etwa um die Mitte seiner Laufbahn als Eisenbahn- 
reorganisator, im Jahre 1893, führte Morgan eine 
Sanierung aus, die wohl am allerbesten seine Meister- 
schaft in der Behandlung einer verwirrenden und 
augenscheinlich hoffnungslosen Situation zeigte. Da- 
mals bestand ein loser Zusammenschluß der Bahnen 
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