bis zum Jahre 1860, dem Geburtsjahre des Bessemerprozesses,
der einzige Arbeitsweg gewesen ist, auf welchem die Um-
wandlung von Roheisen in schmiedbares Eisen erfolgte. Der
Puddelprozeß ist ein typischer Arbeitsvorgang der kleinen
Mengen, denn es ist im allgemeinen auch heute noch nicht
möglich, die einzelne Charge eines solchen Ofens in einem
Einsatz durchzuführen, der das Gewicht von 500—600 kg
überschreiten würde.
Er ist gleichzeitig ein Prozeß der stärksten Inanspruch-
nahme menschlicher Leistungsfähigkeit, so daß es heute den
wenigen Werken, welche zur Herstellung besonderer Quali-
täten von Eisen den Puddelbetrieb im Gange erhalten haben,
kaum möglich ist, für diese äußerst schwere Arbeit, auch bei
hohen Löhnen, die entsprechende Zahl Arbeitskräfte zu
gewinnen.
Die gesamte moderne industrielle Entwicklung, welche
sich etwa nach dem Jahre 1860 vollzogen hat, würde nicht
durchführbar gewesen sein, wenn nicht an Stelle des Puddel-
prozesses die vorher erwähnten modernen Prozesse zur Um-
wandlung von Roheisen in schmiedbares Eisen getreten
wären. Es würde einfach nicht möglich gewesen
sein, das Eisen, welches zur Schaffung der Eisen-
bahnen, der großen Schiffsflotten und dergleichen
verwendet worden ist, auf dem Wege des Puddel-
prozesses in der erforderlichen Menge und Qualität
herzustellen. Das im Puddelofen erzeugte Schweißeisen
kann mit erheblichen Mengen von Schrott verschweißt werden.
Die Vorbedingung hierfür ist aber, daß dieser Schrott von
Eisen stammt, welches ehemals ebenfalls im Puddelverfahren
erzeugt worden war. Daher ist die Verwendung von Schrott
hier eine relativ wesentlich geringere als im Martinofen,
Ba
9”