Im Stammbaum finden wir endlich noch in der schon
mehrfach erwähnten Horizontalreihe am weitesten nach rechts
stehend, die Verwendung des Roheisens für Gießereizwecke,
Es gibt hier zweierlei Verwendungsarten, da eine Erzeugung
von Gußwaren entweder stattfinden kann, indem man das
im Hochofen erblasene Eisen unmittelbar für die Ausführung
des Gusses benutzt, oder indem man das Gießereieisen zum
zweiten Male in besonderen, den Eisengießereien eigen-
tümlichen Öfen, den sogenannten Kupolöfen, umschmilzt
und es erst auf diesem Wege gießbar macht.
Der erstgenannte Weg ist der sehr viel einfachere, aber
er wird trotzdessen nur für verhältnismäßig geringe Eisen-
mengen in Anwendung gebracht, weil er nur für Gußwaren
geringerer Qualität in Ausübung genommen werden kann.
Es ist im allgemeinen im Hochofen nicht möglich, diejenigen
Bedingungen hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung
des Gußeisens einzuhalten, welche erforderlich sind, um Guß-
stücke derjenigen Güte aus ihm gießen zu können, die in
der Jetztzeit verlangt wird.
Deswegen sind die Gießereien gezwungen, in sorgfältiger
Auswahl (Gattierung) der verschiedenen auf dem Markte
befindlichen Roheisensorten für den jeweiligen Zweck den von
ihnen verwendeten Gußgegenständen diejenigen Eigenschaften
zu geben, welche heute gefordert werden. Das ist der zwingende
Grund für die Notwendigkeit der Erzeugung von Gußwaren
zweiter Schmelzung, wie diese Arbeitsweise im Gegensatz zu
der ersterwähnten genannt wird. Sie bietet andererseits die
Möglichkeit, an jeder beliebigen hierfür geeignet erscheinenden
Arbeitsstätte eine Gießerei zu errichten.
Deutschland besitzt z. Zt. etwa 1200 verschiedene GieBe-
reien, die ihre Betriebe in der mannigfaltigsten Weise variieren,
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