und Schlackenmehl, hergestellt durch Vermahlen von langsam
erstarrter Gießereiroheisenschlacke, in bestimmten Verhält-
nissen miteinander mischt, die Masse anfeuchtet und sie zu
Steinen preßt, denen das Format der Mauersteine gegeben
wird. Setzt man derartige Steine, die auf einfachen eisernen
Plateauwagen aufgestellt sind, in gemauerten Kanälen der
Einwirkung Kkohlensäurehaltiger Hüttenabgase bei Tempe-
raturen von etwa 80—100 Grad aus, so tritt innerhalb von
etwa zwölf Stunden, bewirkt durch Aufnahme von Kohlen-
säure, aus diesen Gasen, eine durchgehende Härtung der Steine
ein, die sie zu sofort verwendungsfähigen klingend: harten
Mauersteinen macht. Es ist das derselbe Härtungsvorgang,
der sich beim Errichten unserer Gebäude im Mörtel, mit
welchem die Mauersteine miteinander verbunden werden,
durch die Einwirkung der Kohlensäure der atmosphärischen
Luft im Laufe von einigen Monaten vollzieht. Diese Steine
haben dieselbe Festigkeit wie ein guter Mörtel und können
deshalb unbedenklich zu Hausbauten verwendet werden,
Wie aus dem Stammbaum der deutschen Eisenindustrie
ohne weiteres ersichtlich ist, umfaßt indessen die Erzeugung
von Gießereieisen nur etwa ein Drittel der deutschen Roh-
eisenproduktion. Es bleibt also noch die Aufgabe ungelöst,
die Schlacken der übrigen Roheisengewinnungsprozesse einer
Verwertung zuzuführen.
Die Schlacken von der Thomasroheisenerzeugung, der
Hauptmenge der deutschen Produktion, sind im allgemeinen
erheblich weniger kalkreich als diejenigen der Gießereieisen-
erzeugung und eignen sich deshalb nicht zur Verwendung bei
der Zementfabrikation. Diese Schlacken haben vielmehr
einige Ähnlichkeit mit derartigen natürlichen Gesteinen, z. B.
Basalt, die vielfältig für Eisenbahnschotterzwecke verwendet
werden. Es muß freilich hierfür eine sorgfältige Überwachung
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