Full text: Das Jungdeutsche Manifest

Es wird Sache des jungdeutschen Kampfes sein, diese beiden 
grundlegenden Fragen auf das eingehendste zu klären. Es ist Sache 
der weiteren Ausbildung unserer jungdeutschen Lehre vom Volksstaat, 
den Nachweis von der Möglichkeit der vertikalen Organisation des 
Staatsbürgertums zu erbringen. Der Jungdeutsche Orden wird allen 
Freunden der Bewegung für den Volksstaat die auftretenden Fragen 
in eingehenden Schriften beantworten. Was die gesamten Fragen 
über das Verhältnis der Wirtschaft zum Volksstaat anbetrifft, so sei 
hier besonders betont, daß es ja gerade das Wesen des Volksstaates 
ist, unabhängig von der Wirtschaft organisiert zu sein. Damit ist noch 
lange nicht die ungeheure Bedeutung der Wirtschaft für die Nation 
abgeleugnet oder etwa herabgesetzt. Der Staat ist eben nach unserer 
iungdeutschen Auffassung das Primäre, die Wirtschaft das Sekundäre. 
In diesem Bekenntnis liegt der Wille zum Sturz der Herrschaft der 
Beldmächte. Erst wenn der Wille zum Volksstaat fest verankert ist, 
wenn die Staatshoheit der Nation oder des organisierten Staats— 
hürgertums in einer einwandfreien Verfassung des Volksstaates ge— 
währleistet ist, dann können die großen Fragen der Wirtschaft im 
zungdeutschen Sinne geklärt werden. Darunter versteht sich die Or— 
ganisation der Wirtschaft, ihre rechtliche Ordnung und ihr Verhältnis 
zum Staat. 
Schon heute können wir sagen, daß das Jungdeutsche Manifest 
einen weit größeren Erfolg unseres Kampfes darstellt, als wir erwarten 
tonnten. Die Hoffnung unserer Gegner, daß das Jungdeutsche Mani—⸗ 
fest Auseinandersetzungen in unseren eigenen Reihen heraufbeschwören 
könnte, hat keinerlei Aussicht auf leiseste Erfüllung. Seine Gedanken 
sind viel zu sehr aus dem Erlebnis der jungdeutschen Bewegung selbst 
geboren. Die weitere Entwicklung der jungdeutschen Lehre liegt viel 
zu klar in der logischen Fortsetzung der für das Jungdeutschtum selbst⸗ 
verständlichen elementaren Grundanschauungen über Volk und Staat. 
Eine Idee, die so tief in die Erörterung der Offentlichkeit und 
des ganzen Volkes eingedrungen ist, und der eine geschlossene und 
willensstarke Organisation wie der Jungdeutsche Orden den Arm 
zum Kampfe leiht, hat zweifellos die höchsten Aussichten auf Sieg. 
Möge diese zweite Auflage ebenso wie die erste ihren Weg in das 
Volk finden. Sie wird den Sieg in jenem Kampfe vorbereiten, den 
leder begreift, der die Oberhoheit der Nation bewußt beiaht 
Vorwärts zum Kampf! 
Artur Mahraun. 
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